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Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
88
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nichts enthalten. H, Ludwig mußte es zugeben, daß Donauwörth am 29, Scpt, an denReichsvogt Heinrich von Pappenheim übergeben wurde; Kurfürst Friedrich aber zerrißden Spruchbrief und erklärte, daß nichts ihn vermögen werde,diesem Spruch, derHerzog Ludwig und das bayerische Haus entehre", nachzukommen. Eine ge-waltige Coalition bildete sich, um den Kurfürsten zur Erfüllung des Spruchs zu zwingen.Schon am 6, Dez, verkündeten die Verbündeten ihren Entschluß, demblinden Spruche"mit den Waffen Geltung zu verschaffen Nur Ludwig von Hessen, die Städte Speier,Straßburg, Wimpfen und Hcilbronn konnten die Pfalz unmittelbar unterstützen,Friedrichs übrige Verbündete, Herzog Albrecht von Österreich, König Georg Podicbrad,sowie die später hinzutretenden Bischöse von Bamberg und Würzburg aber weniger demPfalzgrafen helfen, als vielmehr in Verbindung mit Herzog Ludwig von Landshut dieMacht der Brandenburger und Sachsen im diesseitigen Bayern beschäftigen, um sie vonunmittelbarer Teilnahme am Kriege gegen die Pfalz abzuhalten. Es bildeten sich so zweiKriegsschauplätze, der eine am Rhein, der andere in Bayern und Franken,

Kriegsschauplatz in der Pfalz,

Am 24, Febr. 1460 erließen Herzog Ludwig von Veldenz, Ende des Monats GrafEmich von Leiningen, am 17, März Graf Ulrich von Württemberg, darauf derErzbischof von Mainz Diether von Isenburg ihre Absagebriefe an die Pfalz, HatteKurfürst Friedrich beabsichtigt, den Feldzug persönlich von seinen Besitzungen in der Ober-Pfalz aus gegen Markgraf Albrecht zu beginnen, so wurde er nun in den pfälzischen Landenfestgehalten. Der Krieg war um so grausamer, als er zum Teil mit fremden Söldner-volke geführt wurde. Als gegen Ende des Monats Juni der Kurfürst, welcher zu derZeit das Leiningische Klein-Bockenheim belagerte, die Kunde erhielt, daß die Truppen vonMainz, Veldenz und Leiningen mit 8000 Mann, zu welchen noch 400 württcmb,Reiter stoßen würden, von Pfeddersheim aus zum Entsatz heranrückten, ließ er einen Teildes Fußvolkes vor Bockenheim zurück und rückte mit dem Landgrafen Ludwig vonHessen dem Feinde entgegen, schlug denselben und jagte ihn bis Pfeddersheim zurück.Hierauf schloß der Erzbischof von Mainz mit dem Kurfürsten einen Bundesvertrag (am4, Aug); der Bischof von Speier war schon vorher (19, Apr.) auf die Seite der Pfalzgetreten. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus dem markgräslichen Lager zu Roth zogGraf Ulrich von Württemberg vor die mit der Pfalz im Bündnis stehende StadtHeilbronn (30, Juni), Fürchtend, der Kurfürst würde sich mit seiner ganzen Machtgegen Württemberg wenden, schloß Graf Ulrich am 8, Aug, mit der Pfalz einen Waffen-stillstand auf ein Jahr.

Die angeführten Verträge erlaubten nun dem Kurfürsten, seine ganze Streitmachtgegen Veldenz und die Grafen von Leiningen zu verwenden. Mit einem raschenSchlage den Krieg mit diesen zu endigen, lag im Interesse des Kurfürsten, und zu diesemZwecke versammelte er zu Heidelberg ein Heer von 10000 Mann, Nachdem am 30, Junider Friede zu Baden zu stände gekommen war, hatte Friedrich in diesem Feldzugeüber alle seine Feinde am Rhein gesiegt.

Kriegsschauplatz in Bayern und Franken,

Am 30, März 1460, dem Tage, an welchem H, Ludwig sein Heer in Landshut musterte,erließ er an Markgraf Albrecht den Absagebrief, die Kriegserklärung an Württem-berg war bereits am 16, März erfolgt. Von dem Gebiete des Bischofs von Eichstädt aussollte der Markgraf angegriffen werden, deshalb wurde am 11, April mit der Belagerungvon Eichstädt begonnen, und durch einen am 14, mit Bischof Johann geschlossenen Ver-trag sollten dem Herzoge alle Städte und Burgen im Bisthume offen stehen. Am 16,betrat nun das bayerische Heer das Gebiet des Markgrafen und rückte, nachdem es mehrereSchlöffer genommen hatte, vor das Städtchen Roth, Dieses ergab sich am 29,, woraufer daselbst auf längere Zeit ein verschanztes Lager bezog,

Nachdem Herzog Ludwig mit dem Kimme von Böhmen Nn 10, Mai einen Defensiv-ver trag abgeschloffen, kam ein weiterer Bertrag mit den Bischöfen von Bamberg undWürz bürg zu stände, welcher dem Herzoge einen Zuzug von 400 Reisigen für alle Fällesicherte. Am 13, und 22, Mai kamen die Feindesbriefe der beiden Bischöfe im Lager desMarkgrafen, zugleich ihre Reisigen in dem Herzogs Ludwig bei Roth an,

Mitte Mai verließ das Heer des Markgrafen, bei dem nun auch Herzog Wilhelmvon Sachsen und Graf Ulrich von Württemberg angekommen waren, seine Stellungbei Ansbach und schlug auf Kanoncnschußweite von dem bayerischen entfernt an derRednitz ein Lager auf. Während nun bei Roth es täglich zu Gefechten kam, botBischof Johann von Würzburg in seinem Lande auf, fand aber bei der Stiftsritterschaftwenig Unterstützung, Am 29, Nov. 1460 verließ der Bischof Würzburg, vereinigte zuForchheim seine Truppen mit den bambergischen und stieß dann mit 5000 Mann zu Fußund 1500 Reisigen zu Herzog Ludwig, welcher nun über 30000 Mann zur Verfügunghatte und seinem Gegner um mehr als 10000 Mann überlegen war.