Druckschrift 
Folge 4 (1883)
Entstehung
Seite
87
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Tode folgte seine Witwe Margaretha in der Amtsstelle zu Hoheneck,welche ihr vom Kurfürsten auf so lange verliehen wurde, als sie ihren Witwen-stuhl nicht verrücken würde. Sie hielt sich zur Verwesung des Amteseinen ehr-baren, redlichen Knecht." Dergleichen weibliche Amtsmänner kamen zu-weilen im Ansbach'schen vor und erklären sich aus der lehensrechtlichen Grundlagedes damaligen Staatsamtes. Im Chor der Stiftskirche zu Ansbach befindet sichein Todenschild und ein Steinbild zum Andenken des Ritters. Beide tragen, ab-gesehen von einzelnen unbedeutenden Abweichungen, die Inschrift:lluno äominiNLLLL vnd im b>XXX jar am freitag nach Sanct Audreastag starb der edelvnd vest Lorenz von Ebcrstein dem got gnedig vnd barmherzig seh."

Vambergcr Krcisarchiv. Layritz. Fragmente zur altern Gesch der Amtsleute desFürstenlhums Bayreuth 6. Würdinger, Kriegsgesch. H. 30. Heyberger,Bamb, Landeshoheit über Fürth.

Kämpfe Ludwig des Reichen von Baycrn-Landshut und seiner Verbündetenmit Markgraf Albrecht Achilles und dem Reiche 14601462, nach Würdinger,bayer. Kriegsgeschichte II. 170.

Die Machtcntfaltung des Markgrafen Albrecht von Brandenburg*) in Franken,welche derselbe nicht nur durch seine Wasfenthaten und sein Ansehen bei dem Kaiser,sondern auch durch die behauptete Zuständigkeit des kaiserlichen Landgerichtes Burggraf-thums Nürnberg als eines Reichsgerichtes bethätigtc, mußte die Eifersucht der beiden Fürstenaus dem bayerischen Hause Ludwig des Reichen von Landshut und des KurfürstenFriedrich von der Pfalz nothwcndig erwecken, übergriffe, welche sich der Markgrafals Vorstand des kaiserl. Landgerichts zu Nürnberg in Ludwig's Landen gegenüber dendiesem zustehenden Gerechtsamen hatte zu Schulden kommen lasten, veranlasste den HerzogLudwig am 24. Febr. 1408 zu einem Bündnisse mit dem Kurfürsten.

Der unausbleibliche Konflikt entspann sich 1459, nachdem am 19 Okt. 1458 Ludwigsich der freien Reichsstadt Donauwörth bemächtigt hatte, wobei außer den Pfalzgrafen,den Bischöfen von Augsburg, Würzburg, Eichstädt und Regcnsburg und dem Grafen Ulrichvon Württemberg auch der Markgraf Albrccht, vielleicht schon wegen seiner bekanntenAbneigung gegen die freien Städte, wohl auch um den Herzog Ludwig in den Differenzenwegen des Landgerichtes günstiger zu stimmen, selbst noch Beihülfe leistete (einen Gesellen-dicnst that").

Vorberathungen der Fürsten, welche sich in zwei Parteien geteilt hatten, deren eine,die kaiserliche (Dicthcr von Mainz, H. Ludw. von Veldenz, Markgr. Albrccht, Gr. Ulrichv. W. ?c.) zu Aschaffcnburg; die andere (Pfalzgr. Friedrich, die Herzoge von Bayern,die Bischöse von Spcicr und Worms, die Grafen "von Hcnneberg und Katzenelnbogen) zuHeidelberg im December tagten, betrafen die beiderseitige Stellung auf dem Fürsten-tage zu Bamberg, auf welchem wegen der Tcrritorialstreitigkeitcn Ludwigs mit demMarkgrafen und des Landgerichtes verhandelt werden sollte. Der Bamberger'Fürstentaghatte aber nicht den gewünschten Erfolg.

Der Reichstag zu Eßlingen erklärte die Wegnahme Donauwörths als einenRcichsfriedcnsbruch, den Thätcr aber für einen Reichsfeind, gegen welchen eine Reichsarmeevon 20000 Mann aufzubringen sei, um Donauwörth wieder zu erobern. Auf diese Kundevon diesem Ereignisse schloß Kurfürst Friedrich mit dem Könige Georg von Böhmeneinen Vertrag ab. in welchem die beiden Fürsten sich gegenseitig zu unterstützen versprachen.Die Werbungen für Herzog Ludwig wurden auch auf böhmischem Boden'mit gutem Er-folge betrieben. Sein Heer erreichte mit Einschluß der Böhmen eine Stärke von 10 bis12000 Mann. Am 4. Jüni 1459 sprach der Kaiser zu Wien die Acht über Herzog Ludwig,nachdem er am 2. Juni dem Herzoge Wilhelm von Sachsen und dem MarkgrafenAlbrccht die Hauptmannschaft über das Reichsheer übertragen hatte. Am 1. Juli be-rathschlagtcn zu Mergentheim die Kriegsoberstcn von Mainz, Veldenz, Branden-burg und Würtembcrg über einen Kricgsplan, der verhindern sollte, daß dcrKurfürstvon der Pfalz dem Herzoge Truppen sende. Am 16. Juli übergab H. Ludwig Donau-wörth und entließ seine Kricgsleute. Am 14. Scpt wurde das Endurtcil zu Nürnbergerlassen H. Ludwig verlor Donauwörth, Pfalzgras Friedrich seine Prozesse widerKurmainz, Würtembcrg und Veldenz. Von dem Nürnberger Landgerichte, das sich Mark-graf Albrecht von dem Kaiser aufs neue hatte bestätigen lassen, war im Schiedssprüche

") Geb. 1414 zu Tangermünde, des Kurfürsten Friedrich I. c!r Zohn, folgte seinem Bater im unter-g ebirg'scbeu Fürsteuthum 1-140, erhielt 1457 durch Verzicht und 1464 durch den Tod seines Bruders Johanndas obergebirg'sctie Fürsteuthum, 1470 durch den Regierungsrücktritt seines Bruders, des Kurfürsten Fried«rich II., die Mark Brandenburg und die Kurfürstenwürde und starb am 11. März 1486 zu Frankfurt a. M.,18. Juni in Heilbronn beigesetzt.