auf, vermöge ihres alten Bündnisses den Christoph Fuchs als Feind zu be-handeln und gegen denselben Reiter streifen zu lassen. Da aber der erwähnteSchaftrieb würzburgisches Lehen war, auch Fuchs und seine Vettern Schloß,Stadt und Amt Walburg vom Stifte Würzburg pfandweise innehatten und mitB- Johann in gutem Einvernehmen stand, so kam letzterer dem Ansinnen B. Georgsnicht nach, ersah vielmehr darin eine Gelegenheit, seinen Güldenzoll und das Ge-leit weiter auszudehnen. Beide Bischöfe legten nun ihren Streithandel demGrafen Georg von Henneberg zur Entscheidung vor. Inzwischen bemächtigtensich Christoph Fuchs und dessen Schwager Peter von Eberstein (dessen BruderAsmus mit Fele Fuchs verheirathet war (vgl. auch v. E., Gesch. 560 ff.j)desjenigen Teiles von dem Dorfe, Amte und Gerichte Marktsteinach, welchendes Bischofs Georg Vettern Eberhard und Heinrich v. Schaumberg, bam-bergische Räthe, inne hatten.*) Nicht lange nachher kam ein deutscher Ritter undFreund des Christoph Fuchs, Bastian Kotner, nach Stettfeld und nahmdaselbst einen in das bambergische Amt Stufenberg gehörigen Unterthanen gefangenund schätzte ihn. Da dieser aber das Recht angerufen, die Einwohner von Stett-feld ihn aber nicht geschützt hatten, so fiel der Amtmann zu Stufenberg und desBischofs Georg Schwestersohn Lamprecht von Rinhofen mit 1000 Mannzu Roß und Fuß am 24. Dec. in Stettfeld ein, verwüstete und plündertedasselbe, verwundete viele Einwohner, erstach sogar einen und fügte auf dieseWeise dem Dorfe einen Schaden von 2500 fl. zu. Zufällig hatten damals einigeBamberger Bürger für 2000 fl. Wein im Stifte Würzburg gekauft und denselben,in 13 Schiffe verladen, bereits bis nach Haßfurt gebracht, als sich dort dasGerücht verbreitete, daß die Bamberger Stettfeld verbrannt hätten. Die Haß-furt er nahmen nun mit des Würzburger Bischofs Einwilligung diesen Wein inBeschlag, und der Bischof Johann erklärte, er würde den Wein nicht zurückgeben,wenn nicht die Bamberger sein Geleit zu Wasser und zu Lande nach Gebührachten und handhaben wollten.
Nicht allein über das Geleit, sondern auch über verschiedene Cent-, Zoll-und Gerichtsverhältnisse waren die Bischöfe Johann und Georg in Streitigkeitengerathen. Im Frühjahre 1464 versuchte der Kardinalbischof Peter von Augs-burg beide Gegner zu einem Vergleiche zu vermögen. Nebenbei wurde in Be-treff der Fehde mit Fuchs ein Waffenstillstand bis auf 3 Tage nach Osternausgemacht. Die Unterhandlungen scheiterten indessen an einer Forderung desFuchs, welcher 1700 fl. für seine erlittenen Schäden begehrte; und erst dieDrohung des letztern, mit 1200 Reitern den erwähnten Amtmann zum Stufen-berg schwer zu züchtigen, bewog den Bischof Georg, am Sonntage nach Osternin die vorgelegten Einigungspunkte einzuwilligen. Als es zur Ausführung desVertrages kommen sollte, erklärte der Bischof von Bamberg, zu diesen Be-dingungen gezwungen worden zu sein und verlangte die Vergleichsurkunde zurück.Die Feindseligkeiten brachen von neuem los. Erlittener Beschädigungen undGeldverschreibungen wegen machten Lamprecht v. Rinhofen, Konz Ochs undMoritz, Wilhelm Pankraz, Konz und Hans v. Streitberg Forderungen an denBischof Johann von Würzburg geltend, und als sie sich mit dem Bischöfenicht einigen konnten, erklärten sie demselben am 26. Sept. 1464 den Krieg.Noch am nämlichen Tage rückten sie mit 284 Reisigen und einem zahlreichenFußvolke vor das Städtchen Schlüsselfeld, welches damals Peter v. Thun-feld pfandweise inne hatte. Von hier aber zurückgeschlagen, verbrannten sieauf ihrem Rückmärsche das Dorf Herleshof und noch zwei kleine dem Kloster
*) Das Schloß zu Marktsteinach gehörte den v. Eberstein ganz allein, und späterbrachte Asmus u. E. von Veit v. Schaumberg auch die Schaumbcrgsche Hälfte des Dorfesund Gerichtes Marktsteinach durch Kauf an sich (s. v. E., Gesch. 565 dir. 459).