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Folge 4 (1883)
Entstehung
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82
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tigkeiten zwischen den Päpsten Eugen zu Rom und Felix zu Basel abwartenwollte, zog es Sigmund vor, sich heimlich aus Würzburg zu entfernen undsich in Ansbach durch die Bischöfe Anton v, Rotenhan von Bamberg, Albertv, Rechberg von Eichstädt und Peter v, Schaumberg von Augsburg weihenzu lassen. Vor seiner geheim gehaltenen Reise übergab er dem Hauptmannauf dem Frauenberge, Eberhard von Ebcrstcin, die Schlüssel des SchlossesFrauenberg. Diese Schlüssel händigte Eberhard gutwillig den sechs Rüthenein, welche ihrer Pflicht gemäß das Schloß zu bewahren hatten (Lorenz Fries,Ausg. V. 1843, I. 732 u. 33).

Darüber nun, daß Sigmund, der Zusage untreu, auf den Rath desMarkgrafen Albrecht, die Zustimmung zu seiner Ernennung bei dem vom BaselerKonzil anerkannten Gegenpapste Felix nachgesucht und sich in Ansbach hatteweihen lassen, erhob das Domkapitel bei den Fürsten von Sachsen über diesenWortbruch Beschwerde, und diese verwendeten sich bei dem Markgrafen Albrecht,daß er ihren Bruder von feindlichen Schritten gegen seine Wähler abhalten möchte.Der Brandenburger weigerte sich dessen, und es kam in Franken zwischen säch-sischen und brandenburgischen Interessen zu einem Streite, welcher der Würz-burger Fehde besonderes Interesse verleiht.

Mit vielen Reisigen erschien der neue Bischof vor den Thoren Würzburgs,welche ihm die Bürger öffneten, und forderte nach seinem Einzüge am 23. Okt.die Domherren, welche sich auf den Frauenberg zurückgezogen hatten, auf,ihm die Städte und Burgen des Stifts zu öffnen, was diese aber dem Wort-brüchigen verweigerten. Als Sigmund nun, um seine Forderung mit Gewaltdurchzusetzen, sich mit den von Thüngen verband, erließen Kurfürst Frie-drich und Herzog Wilhelm von Sachsen in Vereinigung mit dem Dom-kapitel am 6. Nov. an alle Bewohner des Stifts ein Aufgebot, sich am 14. Nov.zu Fuß, zu Roß und mit Wagen im Hasgai zu versammeln. Graf Georgvon Henneberg, Wilhelm von Schaumberg und einige andere Adelige entschuldigtensich, nicht kommen zu können, da auch der Bischof an sie ein Aufgebot hatteergehen lassen. Am 18. Nov. überschickte Sigmund, dem sich die MarkgrafenAlbrecht und Johann von Brandenburg, die Grafen Wilhelm von Wertheimund Ottingen, die Herren von Haideck und Schwarzenberg mit 200 Ade-ligen, unter welchen sich auch die Gebrüder Erasmus und Wilhelm von Eber-stein befanden (s. Nachtr. 1. Heft S. 10 I^r. 18), anschlössen, auf den Frauen-berg und an die Herzöge von Sachsen den Fehdebrief und nahm das StädtchenArnstein in Besitz.

Dem Domkapitel zogen die Herzöge Friedrich und Wilhelm von Sachsen,sowie Landgraf Ludwig von Hessen über Koburg zur Unterstützung herbei undbelagerten die Schlösser Ebenhausen und Werneck. Am 24. Nov. stießenzwischen Bergtheim und Opferbaum 400 Markgräfliche und Thüngische auf 300sächsische Reiter, schlugen sie, erbeuteten 60 Pferde und machten 30 Gefangene.Hermann v. Buchenau und Karl v. Schaumberg fielen im Gefechte. DieSachsen zogen nun vor Arnstein. Das Städtchen ergab sich bald, die Ver-teidiger der Burg aber, Bartholomäus v. Hutten und die Thüngen leistetenso hartnäckigen Widerstand, daß die Herzöge, über die geringen Erfolge unmuthig,die Belagerung aufhoben und nach Sachsen zurückkehrten.

Die Verbündeten Sigmunds nahmen (30. Nov.) Grafenrheinfeld einund Markgraf Albrecht gedachte sich der Würzburgischen Stadt Ochsenfurtmittels eines Überfalles (4. Dec.) zu bemächtigen. Schon hatten 50 der Seinigendie Mauern überstiegen und waren bereit, dem nachrückenden Heere die Thorezu öffnen, als die in der Zwischenzeit zu den Waffen gecilten Bürger die Ein-gedrungenen angriffen, ihnen ihre Fähnlein abnahmen und sie übermannten. Der