Gestern bekäme Briefe von meinem Mann, worinne er mir Kopie, wie hier-bei folget, von dem Bekannten, und Kopie aus dem Kirchenbuch zuschickte. WieIhr ersehen könnet, daß sie mir wieder neue Schererei machen und sich gar mitExekution zu drohen unterstehen, ohne daß sie meine Gegenantwort zuvor ge-fordert hätten. Es ist ein, als wenn sie noch alle aus dem Reich kämen, michquälten, und die Eichen ein Asyl aller Leute werden müßte w.
Denket an mich wegen des von Euch mir versprochenen Eichischen Lager-buchs, daß das bekomme. Es ist von mir nicht möglich, vom Reichmannoder Wiederholdt heraus zu bringen w. Ich habe an die 2 Schwesternein Vollmacht 2 Mal gesandt zu unterschreiben, aber nichts erhalten, ob sie schonmit Schmerzen zurückerwarte, indeme noch einige Briefe zu Dillenburg aufdem Schloß sein sollen, die die Eichen angehen. Solche wollen sie mir ohneVollmacht oder Kaufbrief nicht geben, und den Eichen-Kaufbrief mag ihnen nichtweisen, sonsten nur noch da wohnhaften Feinden eine Gelegenheit wegen Atten-dorn gebe, denn ich mich darin Ursach habe, vorzusehen. Es können euch3 Geschwistern obige verwahrte Briefe nichts helfen, so zweifle nicht, daß ihrmir sie zuschicken werdet. Wenn etwa einiges Licht der strittigen Affaire darausnehmen könnte, wenn das noch erlebete, so wollte, wenn es Gott gefiel, nochgerne leben Gott zu Ehren und den Meinen zum Dienst. Ich beklage ebenfallsherzlich Euer Schicksal, das Ihr ausgestanden :c., und erfülle Gott an Euch denWunsch, welchen Ihr an mich zum Neuen Jahrswunsch, wovor im Namen unseraller Dank sage, geschrieben.
Mein Hr. Schwager, der Oberstlieutenant, ist jetzt in der Kusssm-Hllairönach Disteldorf, um zu sehen, ob Sie das Ihre beim Kurfürsten in das Reinebringen könnten w. So viel kann sagen, daß er von Gott so regieret worden,daß er nun ein guter Freund von uns ist.
Hr. Breuning ist, wie schon mehr berichtet, seit einigen Jahren zu Dillen-burg bei der Fürstin als Hof-Verwalter in Diensten :c. Meines w. Bruderstreue Schwester rc.
Wetzlar, 10. Febr. 1747. ^.muliu v. Vussem.
Herzallerliebster Bruder! Euer vom 1. 8br. datiertes Schreiben ausTilsit habe gestern den 13- dieses erst erhalten, welches Schreiben das zweitein diesem Jahr ist:c., daß man freilich denken sollte, wir wären an der WeltEnde oder gar gestorben, obschon keines von Kranksein dem andern berichtet.Indessen ist mir erfreulich, wenn Euch Gott vor gedachten Beschwerden bis äatobewahret und mit Vergnügen die Zeit gelebet, wie mir Euer Bediente, derjunge Knauf, berichtet, daß es Euch so wohl ginge und so viel Erfreulicheserzählet, unter andern, daß Ihr so viel Bedienten in lüvrss, 6 Pferde hieltet,ja so viel des Lobens zu Wege gebracht, daß oft mir eine Stunde bei Euch zusein wünschete w.
Lieber Bruder, meine Feder ist nicht im stände, Euch alles an Tag zumalen, was mich belästiget. Wenn ich meine, ein Übel ist überstanden, so seinS oder 3 andere Schicksal da. Erstlich ist bekannt, wie der Hauptproceß vonden Reichmännern noch auf dem Gute haftet. Ob wir vor einigen Jahrenallerseits der Hoffnung lebten :c. das Gut zu erhalten, welches Gott noch ver-leihen wollte, so haben wir nichts da weniger mit Schriftwechseln verschonetbleiben können, noch vielweniger ein Endurteil erzwingen können. Obschon :c.fast ein halbes Jahr zu Wetzlar gelegen in der Hoffnung, das Gut sicher zustellen, so habe anstatt dessen eine Gegenschrift empfangen rc.
Was den Lömberg-Proceß betrifft, so habe Euch 3 mal den Verlaufder Sach geschrieben, wie vor 3000 fl. Kaution zu Wetzlar gestellet :c., im2. Schreiben Habe bericht, wie tc. Euch aber anbefohlen worden, das Original-