mich Versahe, bekomme zwei Litationss von Friedberg, wie Ihr aus einerbeigefügten Beilage sehen werdet, daß es der Nonsiour Mnsrock als ein Enkelvon der letztren Frau von Seelbachin das Gut prätendieret. Nun soll undmuß ich antworten :c. Weilen ich ohne Euch solches nicht kann, erwarte alsoEuer Gutachten hierüber. Daß ich alle Proceß alleine ausführen sollen, ist mirohnmöglich. Mit dem Kammerrath Reichmann kann ich wegen des bewußtenLagerbuchs nichts ausmachen, indeme er nach lange geführtem Proceß sich losgeschworen Nun weiß gar nicht, wie es anzufangen habe. Wenn Ihr herauskommet, wie in Dillenburg gehöret, so lebe der Hoffnung, daß Ihr in das Mitteltretet, eher als ich was bei ihm auszumachen. Es wäre uns angenehm, wennIhr kommet, da indessen vor ein Stücklein Geld so viel als möglich sorgen will,Euch zu befriedigen :c. Die Dukaten gelten 4 fl. 12 ulk., die llouisd'or 7 fl,25 alb. zc. Habe ich aber noch was in Sachsen, so soll es ohne Aufschub Euchübertragen werden auf Abschlag ic.
Es ist vor einigen Monat mein Schwager aus Italien hier angekommen,ist aber nun böser gegen uns als zuvor gesinnet. Wenn Gott ferner mit unsist, so hoffe mit Mühlheim es zu verbessern, alsdann könnte, wie billig, meinemlieben Bruder besser befriedigen. Habet Geduld, wie Gott mit uns allen. Ihrhabet zwar das Euere auch nöthig, doch seid Ihr allein und könnt Euch eherals ich helfen, weilen meine Haushaltung weitläufig ist. Ich habe, wie Ihrwohl wissen werdet, schon vor fast einem Jahr vor 3000 fl, Kaution zu Wetzlargut gesprochen mit Hand und Pitschaft bei der Kammer in dem Gülchen'schenProzeß, welche Kaution Hr. Doktor Dietz auf Anfordern des Urteils gemäß,welches darin erkannt worden, übergeben :c. Was, nun die Gülchen'schenErben weiters fordern, weiß ich nicht, doch werde hiervon w. Nachricht geben,denn über 14 Tage wieder einiges Sollicitieren ausüben will in Wetzlar, eskostet mich nur gar zu viel, daß es nicht auszustehen ist; dennoch sehe ich in derReichmanns Sache gern ein Ende rc. Meines lieben Bruders treue:c, Schwester.
Eichen, 22. Okt. 1746, v. Aussein.
Herzallerliebster Bruder! Ich bin tausendmal beschämt, daß so lange nichtgeantwortet auf Euer mir sehr angenehmes Schreiben, welches ich den t 0. ckannarides vorigen Monats wohl in den Eichen empfangen. Die Ursache war dieses,daß erst mit Hrn. Doktor Dietz sprechen wollte, wie es wegen des Proceß, dieGülchen'schen Erben betreffend, stünde. So habe ich ihn gestern gesprochenund ihm den Punkt aus Eueren Werthen vorgelesen So gab er mir zur Ant-wort, erstlich hätte er keinen Brief von Euch bekommen, auch uicht gewußt, woer Euch hätte schreiben sollen, dennoch hätte er an den Hrn Bergrath Hilgardnach Harzgerode geschrieben mit einem Einschlag an Euch, aber bis dsto keiueAntwort erhalten, ob es gleich fast ein Jahr wäre, und stünde auf nichts weitersan, als daß die Gülchen'schen Erben darauf bestünden, das Original desTestaments zu sehen, auch wollten sie sich nicht weiters einlassen, bis dasihnen gezeiget worden, bat mich also, dieses Euch zu berichten, ehe könnte nichtsweiters darin gethan werden, Ob es Euch nun gefällig, an ihn selbsten oderan mich zu schicken, überlasse euch zc. Ich liege wieder hier vor Anker wegenTrcibung des Proceß in Hoffnung, ein Ende zu erleben Bis dato weiß fastnicht, was aufweisen kann, was hier ausgericht habe, als mit Hoffnung undAngst das Ende erwünschet.
Ich habe den Hrn Ludwig schon vor Christtag von Heidelberg kommenlassen und ihm alle mögliche Nachricht des Fünsrocks betreffend abgeredet undalles Mögliche vorgekehret. Wie weit es nun zu Friedburg stattfindet, weißGott, doch habe bis dato keine Gegenantwort, wie lange es dauert, von ihmerhalten, --