SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN KARL VON ZINZENDORF. 27 I
Erlöschen, noch einmal hell emporzulodern, so dass auch aufihn jene Worte des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf,die er in einem Gedichte auf seinen Bruder P'riedrich Christianselbem zurief: „Ich war ein Zinzendorf, die sind nicht lebens-werth, wenn sie ihr Leben nicht zu rechten Dingen nützen",trefflich passen. Denn wer die Geschichte seines Lebens liestund die Werke sieht, die er vollbracht, wird bekennen, dasser grosse Tbätigkeit bewiesen und für einen einzelnen Mannviel geleistet habe.
Ein Lob, welches sich Graf Karl von Zinzendorf, wieseine eigenhändigen Aufzeichnungen wiederholt besagen, alsdie schönste Nachrede stets erwünschte, und das er wohlreichlich verdient hat! Sein Wahlspruch war: ,,Fari quaesentiat."
Er starb auf der deutschen Ordens-Landkommende zuWien am Morgen des 5. Januar 1813, seines 75. Geburtstages,plötzlich an einem Stickfluss. Seine irdische Hülle wurde inder Familiengruft zu Karlstetten in Niederösterreich an derSeite seines vorangegangenen Bruders und seiner Voreltern bei-gesetzt. Seine von ihm selbst verfasste Grabschrift, welche aufeiner schwarzen Marmortafel in der Kirche dortselbst angebrachtist, lautet:
Lucae ig. v. 10.
In der heiligen Stille des Grabesruhet hierneben die sterbliche HülleJohann Karl Christian Heinrich'sdes h. R. R. Grafen und Herrn v. Zinzendorf u. PottendorfObrist Erbland Jägermeisters in Österreich unter der EnnsHerrn der Herrschaften Karlstätten, Toppl und WasserburgLehnträger des gräflich Zinzendorlischen Lehnhofs in N. Österreichdes letzten aus einem uraltenNiederösterreich. Herrn-Standes Geschlechte,welches in dem Viertel O. W. Waldseit dem zwölften Jahrhundert geblühet.
Er war ein Sohn zweyter EheFriedr. Christians, Gr. u. H. v. Zinzend. u. Pottend.von Christianen, Sophien, geb. Gräflnn v. Callenberg,geboren zu Dresden den 5. Jänner 173g