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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN KARL VON ZINZENPORF.

Im Januar 1762 fingen einige seiner Bekannten an, daraufzu denken, wie er als Protestant in k. k. Dienste treten könnte.Die Sache ward wirklich ausgeführt, und zwar erklärte sich derFeldmarschall Graf von Daun in dem Staatsrath, in der Hoff-nung, eine Seele zu gewinnen, dafür. Als der Graf nebst einemSchreiben des kursächsischen Regierungskanzlers von Stammeram 8. März 1762 das königliche Reskript vom 25. Februar er-hielt, welchem zufolge er nach abgelegter Probe-Relation seineSupernumerari Hof- und Justitien - Rathsstelle cum spe ascen-dendi in locum et salarium ordinariorum antreten sollte, wares schon zu spät. Ein Dekret des k. k. Kommercien-Hofraths-Präsidenten Grafen von Andlern und Wittern vom 1 5., et praesent.24. März 1762, ernannte den Grafen Karl von Zinzendorf zumwirklichen k. k. Kommercienrath bei dem niederösterreichischenKommercial-Consess cum voto et sessione unter dem Präsidiumdes k. k. geheimen Raths Grafen Philipp von Sinzendorf, Dekretdieses seines Präsidenten vom 26. März. Nunmehr war der Vogelgefangen. Er nahm bald wahr, dass es um die Treue gegendie Religion seiner Eltern geschehen sei, und nahm ungernmittelst eines Schreibens an den Grafen von Brühl vom 18. MärzAbschied aus den kurfürstlich sächsischen Diensten, erhieltauch die Antwort am 27. März.

Ein Ausweg blieb dem Grafen noch, um ungeachtet auf-gegebener kursächsischer Dienste auch in Wien der angeborenenReligion treu verbleiben zu können. Dieser Ausweg war, in denkaiserlichen Reichshofrath mit einer Besoldung von beiläufig3ooo 11. zu treten. Zweimal war ihm durch gute Freunde dieseAussicht eröffnet worden, in den Jahren 176t und 1762. ImJanuar 1763 trat Graf Kaiserling aus, eine protestantische Hof-rathsstelle war offen, allein Graf Ludwig von Zinzendorf undder Staatsrath Freiherr von Binder thaten ihr Aeusserstes, um demGrafen dieses Vorhaben auszureden. Der Versuch wäre vielleichtnicht geglückt, der Graf aber entsagte ihm mit schwerem Herzenund willigte ein, als k. k. Rath ohne Besoldung und ohne Aus-sicht fortzudienen.

Den 6. Juli 176! legte der Graf den Eid als protestantischerk. k. Kämmerer zu Schönbrunn ab, bei dem OberstkämmererGrafen von Khevenhüller-Metsch. Nunmehr ward ihm durch