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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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161
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SEL13STHI0GRAPHIE DES GRAFEN VON ZINZENDORF. I 6 1

auch die Bemühung, mehr zu sprechen, mattete ihn ab. IhreMajestät fanden ihn weniger schlecht, als sie sich vorgestellt,haben sich aber doch über die traurige Veränderung eines soschönen Mannes sehr entsetzt. Sie sprachen mit ihm von Frank-reich und bezeugten ihre Zufriedenheit mit den Diensten seinesjüngeren Bruders Grafen Karl. Der auf die Brust gebeugteKopf hatte Ihrer Majestät sehr viel Eindruck gemacht, wie siedenselben Abend dem Grafen Karl eingestanden. Des Grafenin Frankreich erkaufte Bücher und verfertigte neüe Kleiderkamen an diesem Tage an, er machte sich ein besonderes Ver-gnügen daraus, letztere seinem Bruder Grafen Karl zu ver-machen. Am 21. klagte der Graf über beständige Schmerzenim Unterleibe, am 22. war der Patient etwas besser. Weil seinBruder Graf Karl aus des Grafen Büchern das BuchIntriguedu cabinet" zum Durchblättern ausgesucht, so wählte er dasselbeauch, sich daraus vorlesen zu lassen. Der Unterleib war ihm soschwer, dass, um von zwei Personen unterstützt stehen zukönnen, er den Bauch an den Tisch anlehnen musste.

Am 24. Hessen die Aerzte um 6 Uhr Abends eine Incisionoder Scarification am rechten Bein über dem Knöchel machen,wodurch viel Wasser wegging, und sie dem Patienten Erleich-terung zu verschaffen hofften. Der Graf bezeugte seinem BruderZweifel über die glücklichen Folgen dieses Versuches. Dieserhatte ihm die letzten zwei Tage selbst vorgelesen, und derPatient wollte sich von Niemandem anderen vorlesen lassen.

Er sagte dem um 10 Uhr Abends nach Triest abreisendenBruder, dies sei ein Abschied auf ewig. Dieser antworteteihm, er hoffe gewiss, was er hier auf Erden geliebt, in eineranderen, glücklicheren Sphäre wieder zu finden. Hätte Graf Karlvorhersehen können, dass sein würdiger Bruder nur noch sowenige Tage zu leben habe, so würde er demselben aller Amts-geschäfte ungeachtet noch bis auf den letzten Augenblick bei-gestanden haben. Allein die Aerzte selbst wussten nichts Wahr-scheinliches vorherzusagen.

Am 27. befand sich der Patient etwas leidlicher, man hatteden 25. auch das andere Bein scarificirt und das Wasser ginghäufig weg, die Geschwulst nahm ab und der Appetit stelltesich wieder ein. Bald nach seines Bruders Abreise am 24.

P etten e gg : Zinzeiitlorf. II