Zu Frankfurt hörte der Graf nebst anderen jungen Cava-lieren bei dem neu ernannten Reichs-Hofrath von Senkenbergein Collegium über einige in das jus publicum einschlagendeMaterien. Er schreibt am 16. August an die Hofdame Gräfinvon K . . z . . . ki (Korzenski), nachmalige Gräfin vonM . 1 . . s . m . (Millesimo), er gehe denselben Tag zur Armeeab, deren Lager fünf Posten vor Frankfurt stand. Unterm5. September meldet er derselben, er habe gehofft, die Nach-richt der auf den i3. festgesetzten Wahl nach Frankfurt zubringen, allein Graf Stella werde statt seiner abgesendet.
Am 4. October desselben Jahres ward der Graf von Zinzen-dorf nebst anderen Cavalieren von Kaiser Franz I. an dem Tageder Krönung mit Karl's des Grossen Schwert zum Ritter ge-schlagen, eine Ehre, die Hans III. von Zinzendorf auf Perwartham 10. April i486 zu Aachen durch Kaiser Friedrich IV. wider-fahren war.
Im October 1745 kam Graf Ludwig über Prag wiederumzu Wien an. Er erschien am 10. November bei dem Landtage,ging mit in dem Zuge nach Hofe und machte in seinem ge-spitzten Mantelkleid und anhängenden Kammerherrn-Schlüsseleine schöne Figur.
Im Anfang des Jahres 1746 lag der Graf an den Masernkrank. Er kam bei der Kaiserin - Königin Maria Theresia im25. Jahre seines Alters um die Erlaubniss ein, sich auf derUniversität Leipzig zu dem Eintritte bei den niederösterreichi-schen Landrechten vorbereiten zu dürfen. Diesen Rath hatte ihmGraf Khevenhüller gegeben. Den 2. Mai reiste er wirklich nachLeipzig ab. Es gehörte Muth und Ehrbegierde dazu, den Verlustder ersten Jugendjahre in einem Alter von 26 Jahren durch ver-doppelten Fleiss zu ersetzen und sich allen Freuden der grossenWelt und dem Gegenstande der angenehmsten Leidenschaftenzu entreissen. Vor der Abreise machte er am 12. Februar 1746sein Testament. Der Rector der Universität, Johann Erh. Kapp,Professor der Beredsamkeit, bezeugte unter dem 18. Juni, derGraf sei albo Philureae einverleibt und habe die Gesetze derLeipziger Universität beschworen. Zu Leipzig legte er sich um10 Uhr Abends nieder und stand Früh um 4 Uhr auf, erarbeitete 14 Stunden mit Acten-Extrahiren und Referiren. Den
SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN VON ZINZENDORF.