Druckschrift 
Matsee, die Schlehdorfer u. Matseer
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

Im Jahre 1189 bewilligte Bischof Diepold von Passau dem KlosterNonnberg eineSegen" (Fischerei-Befugniß nnd -Bezirk) im Matsee beiGebertsheim nnd übergibt, weil passauer Dienstleute einen höhern nonn-bergischen Diener (Amtmann?) geblendet hatten, dem Frauenstifte zumErsatze vier Eigenleute. Unter den Zeugen befinden sich Probst Werenherund Dechant Conrad von Mathese, ferners der Burgsaß oder Burg-graf (eustöllanus) Friedrich von Matsee. >)

Da ein Burgsaß ohne Neste nicht denkbar ist, so muß wenigstensschon im 12. Jahrhundert auf der Matseer-Halbinsel ein Thurm ge-standen sein, dessen Inhaber der Kastellan Friedrich war.

Es ist bisher nicht ermittelt, ob der Burggraf Friedrich von Matseedem Geschlechte der Matseer oder Schlehdorfer augehörte, da die Kastellaneoft nicht nach ihrem Geschlechte, sondern nach der Beste die sie zu Lehenhatten, benannt wurden. Doch spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daßer ein Schlehdorfer war.

Ob derKastellan" Friedrich blos Burgsaß oder aber Burggraf-war, hängt von dem Umstände ab, ob das Bisthum Passan zu Matseeeiuen eigenen Richter, Vogt und Burgsaß hatte, oder ob etwazwei oder alle drei dieser Aemter damals sich in einer Person vereinigten.Vorausgesetzt, daß die Nogtei seit 1035 bei dem Geschlechte der Schleh-dorfer verblieb, ist es nicht unwahrscheinlich, daß auch das Nichteramtihnen verliehen ward und daß demnach der Kastellan wirklicher Burggrafwar, wenn er auch vielleicht nicht das Recht über Leben und Tod hatte.

Nach dem Matseer - Codex erbanten nur 1200 Heinrich undHada m a r von Schlehdorf auf dem steinigen Berge (montieulrw suxaus)jener Halbinsel, da, wo zur Zeit der Niederschrift dieser Nachricht (um1350) der Thurm stand, ein Steinhausnnd umhägten es mit spitzigenPfählen, die man zu deutsch Plankchen nennt."

Als nun die neue Neste gebaut war, wurde ohne Zweifel deralte steinerne Thurm als Speicher benützt, wie dieß auch anderwärtsvorkam, z. B. der Thurm zu Velben bei Mittersill in Oberpinzgau.

Da den Kastellauen gewöhnlich nicht blos die Burghut, sondern auchdie Instandhaltung oder Wicdererbauung der Besten übertragen war, soergibt sich daraus niit Gewißheit:

u) daß das Bisthum Passau als Herr der Beste erscheint, denn niehätten einfache Edelleute zu dieser Zeit in diesen Gegenden das Rechtgehabt, sich selbst eine Beste zu bauen;

0 Esterl, Nonnberg 211, V.