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den Eidgenossen spoliirten 64 Freiherren- und 108 Edelgeschlechterwerden mitgenannt die »Edelleuth mit Namen von Hedingen, Mü-linen, Wagenberg, Brun egg; darunder der mehren theyl, vmbdeß Hl. Rychs vnd Tütfcher Nation vnd jr felbs Eeer, Eid, Adelouch frumkeit gu bewaren, jr Blut vergoffen, von den Eidgenoffenmit dem Schwert erfchlagen, vß dem Jren, von dem Jren vnd vfdem Jren erthödt*) vnd gentglich vßgethilket worden etc.«
Aargau. Kt.-Bblth., bezeichnet: MS. Bibl. Nov. no. 31: A 1, pag. 147b bis151b. _ Zurlauben, Stemmatogr. XIII, 46. XXIV, 283. — Valer. Anshelm, BernerChron. 2, 402—413. — Füesslin, Schweiz. Museum II, 40S—417. •
Eine Widerlegung des kaiserl. Manifestes versuchte der Chronist HeinrichBullinger, indem er diese den Schweizer Orten zur Last gelegten Adelsverfolgungendem Oesterreichischen Hause selber aufbürdete. Die Hauptstelle, wiedergegeben nachdem Abdruck in Senckenbergs Selecta jfur. et Hist., tom V, pag. 83, folgt hier:
>Es ift hie wohl ;u mercken das grobe Stück Maximiliani, Erjherjogs ausOefterreich, welches er in dem Ausfehreiben im Schwabenkrieg wider die Eidge-noffenfehaft gethan, da er diefen auflegen und jumeffen will den Untergang undAusrottung des Adels, der in dem vorgemeldeten Krieg [nemlich in der anno 1309gegen die adeligen Mörder Kaiser Albrechts von dessen Söhnen, den Herzogen, voll-zogenen Blutrache] fo elendig und unfchuldig fein vertilget und ihre Schlöffervon feinen Vorfahren verftöret worden; als ob unfere Vorfahren als Adelfeind' ob-gemelte Edlen erfchlagen hetten und ihre Häufer eingeriffen, da doch folches feineVorfahren, die Her;oge aus Oefterreich gethan haben. Es ift wohl wahr, daf; dieVölker in Helvetia aus Schmeicheln der Königin (Agnes von Ungarn) und ihrerKinder an etlichen Orten wider den Adel Ihnen beigeftanden, da man fie beredt,,daf; es göttlich und wohlgethan, daf; die Dürften ihres Vaters Tod rächeten. Wärenicht noth gewefen, daf; Maximiiianus wider die Eidgenoffen in offenem Druck dis-fpargirte, weil es der Wahrheit nicht gemäf;; ob es fchon nach folch kaiferlichemAusfehreiben hin und her im Reich, ;u Nachtheil frommer Eidgenoffenfchaft, herum-getragen und herge;eigt wird und viel Leut nicht anders meinen, denn es wer' alfo.tDas Endurtheil über diese Frage hat sich in der schweizerischen Geschichtsschrei-bung selber hergestellt. Bluntschli's Zürch. Rechtsgeschichte (v. J. 1838) sagt I f317 und 318 über die Jahre 1336— I S3 I; »Die ganze spätere eidgenössische Ent-wicklung war überhaupt dem Adel in der Schweiz verderblich. Der niedere Adelwurde entweder ganz vertrieben und ausgerottet, oder gezwungen, in dasBürgerrecht der Städte sich aufnehmen zu lassen.«
1501.
Bartholomä Geßler, Kaiser Maximilians Rath, Pfleger zuThaur.
Archiv Hall; Mitthl. durch Hrn. Th. von Liebenau zu Luzern.
*) V f; dem Jren, von dem Jren vnd vf dem Jren ertödt vnd vf;-gethilket, ist eine seit der Sempacher Schlacht geschichtlich gewordene Phrase,welche von Herzog Leopold im Sempacher Liede (Liliencron's Volkslieder I, 136) ■*besagt: In und um und üf dem Sin si der herr erschlagen.