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Folge 3 (1880)
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276
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bringen sie an gcwahrsame Ocrter, oder verscharren sie nnter die Erde, daß sie nichtgeraubet werden. In gleichen, wenn eine Feuersbrunst entstehet, so raffen die Ein-wohner ihre besten Sachen zusammen, und fliehen davon, damit sie die wütende Gluthnicht ergreiffen, noch verderben möge. Nicht anders sind treue Feld-Arbeiter in derErndte gesinnet, wenn sie sehen, daß ein grosses Nngewitter sich aufthürmet, so eilensie, daß sie ihre Früchte einsammlcn und ins Trockne bringen, die Hirten sorgen, wiesie ihre Schasse mögen an sichere Oerter führen: Eben also macht es der gnädigeGOtt, wenn sein gerechter Zorn wird bald anbrennen, so bringet Er die Frommenzur Ruhe, Er nimmt sie von der Erden weg, Er versammlet sie im Friede zu ihremVolck, damit ihre Augen das Übel nicht sehen, das seine Gerechtigkeit einem sündigenLande gcdrohet hat. Wie sie in ihrem Leben gerecht worden durch den Glauben, undFriede mit GOtt in ihrer Seelen gehabt; also gemessen sie auch solches Friedcs mitGOtt am Ende ihres Lebens, der Zorn des HERRN darf sie nicht erschrecken, ihrGewissen darff sie wegen ihrer Sünden nicht ängstigen, sie haben in JESU Friede,ckob. 16. 33. daß sie auch im Friede zu Grabe getragen werden. Solche Gnade istvom HErrn dem hvchsccligcn Herrn Hof-Rath wiederfahren, daß Ihn der HErrdurch einen sanfften und sceligsten Tod im Friede weggenommen, und weil Er richtigfür dem HErrn gewandelt, zur Ruhe gebracht. Erwegen dieses die HochwohlgebohrneHochbetrübtc Eltern, und sammtliche Leidtragende, so können SIE sich desto besserfassen über dem seeligsten Absterben des Herrn Hof-Raths, zu mal wenn Sie mitGOtt ergebenen Hertzen bcdcncken, daß der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt,dennoch in der Ruhe ist rc.

Wolan wir wollen aus diesen Trostes vollen Worten in der Furcht des HErrn erwegenDas nicht zufrühc frühzeitige Absterben des Gerechten.

Wir beschauen

1. Seinen frommen Wandel,

zu welchen wir den Gedenck spruch setzen:

Seht den Frommen! Sein vertrauenLast Ihm nicht für Sterben grauen.

II. Sein seeliges Ende,

welches diese Dcnck-Worte erleutern:

Aus der Welt, und aus dem LeidenKommet Sr zur Himmels Freuden.

Ach HErr lehr uns bedencken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden!

Amen.

Erörterung.

führet uns demnach in gegenwärtiger hochansehnlichen Trauer-Vcrsauiin-Buch der Weißheit in den vorabgelesenen Worten zur erbaulichenBetrachtung dcS nicht znfrühen frühzeitigen Nbstcrbcns des gerechten, undzeiget uns denselben

I. In seinem frommen Wandel, wie Er denselben löblich gcführetgegen Gott, und gegen den Nechsten. Daß der Gerechte in seinem frommen WandelGOtt für Augen und im Hertzen habe, das entdecket das Buch der Weißheit, wennes den Wandel des Gerechten'entgegen setzet dem Wandel der Gottlosen, wie hier dasWörtgen Aber anzeiget. Die Gottlosen, welche rohe, wilde und wüste Leute genennet

werden