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Folge 3 (1880)
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Barmhcrtzigkeit des HErrn erlanget, daß GOtt nicht mit ihm gehandelt nach seinenSünden, noch ihm vergolten nach seiner Missethat, sondern wie sich ein Vater überKinder erbarmet, so hat sich der HErr über ihn erbarmmct, D!, (tili. 10. Durchden Glauben hat er die stärckcndc Krafft des Blutes JEsn CHristi genossen, wodurcher von allen seinen Sünden gereinigct, und zum ewigen Leben erhalten worden.Denn der Glaube ist die Hand der betrübten Seelen, dadurch sie die Gnade undGabe des barmhertzigen GOttes an sich nimmt. Der Glaube ist der Seelen Mund,mit welchen sie das Brvdt des Lebens JEsum CHristnm isset, und aus der süssenQvelle der unendliche» Liebe GOttes trincket. Der Glaube ist der Christlichen SeeleLeben und höchste Krasst, wodurch sie Sünde, Tod, Teufel und Hölle besieget, derGlaube ist ihr edelster Schmuck, damit sie für GOtt tritt, uud sich angenehm macht,der Glaube ist ihr höchster Ruhm und Reichthum, den sie mit aus der Welt nimmct.Durch den Glanben hat der ^.xoltsl alles für Schaden geachtet, was für der Weltherrlich, Prächtig und groß geachtet wird, gegen der übcrschwcncklicheu ErkäntnißJCsu CHristi seines HErrn, um welches willen er alles hat für Schaden gerechnet,und achtet es für Dreck, ans daß er CHristnm gewinne, und in ihm erfunden werde,als ein lebendiger Rebe am Weinstock. Dbii. III. 8. Das ist die bewährte Hertz-Stärckung, die den ^.xoltel in seiner Sünden-Angst erfrischet, gestärckct und erhalten,als er die Stimme des HErrn gehöret hatte: Sanl, Saul, was verfolgest du mich?L.el. IX. 6. sonst würde er in seinen Sünden Untergängen, und zur Höllen gesunckcuscpn. Diese bewährteste Hcrtzstärcknng ist von bewährter Krafft, welche der .^poltetin der That empfunden, und mit danckbaren Hertzen rühmet: Denn das ist je gewißlichwar, und ein thcuer wcrthes Wort. Was David gesprochen von dem Wort desHErrn: Dein Wort ist meinem Munde süsser, denn Honig. DI. OXIX. 103. Dasmüssen wir von diesem stärckendcn Wort des Herrn bekennen, welches Paulus ausAntrieb uud Eingeben des H. Geistes geredet hat: Das ist je gewißlich wahr, es istsüsser denn Honig uud Honigseim. DI. XIX. 11. Er zeiget uns dieses Wort desHErrn als ei» wahres und unbctriigliches Wort, welches nicht nur die Gewißheitder Gnaden hat, die GOtt allen bußfertigen Sündern vorhält uud anbeut, sondernes wird auch darinnen die Glaubcns-Gcwißhcit gefunden, die das stärckendc Wort desHErrn crgrciffet und annimmt, und lässet alle Verheißungen GOttes in CHristo JEsnJa und Amen sehn. 2. Oor. I. 2V. Wir sind nicht in Abrede, daß die heiligenLehrer der Kirchen ^.mbrolius und XuAuItiuus die Worte des ^.xoltels </ lo/o?erklähren durch Lsrmonom llumauum. Dratum & aeeegtum, durch ein menschlich,freundlich, und denen Menschen höchst angenehmes Wort. Und lassen wir dahin gc-stellct sehn, ob sie für xox, wie Dralmus meinet, gelesen, welches lieb, gut,

nützlich und ersprießlich heißt: Nichts desto minder ist dieses menschliche, freundlicheund höchst angenehme Wort, ein göttlich Wort, welches von GOtt herkömt, und wiederzu GOtt führet. 2. Dot. 1. 21. Daß wir billig mit dem heilige» ^.uxultiuo aus-rüsten: Hvam llumauus elt Dens, gvi in Is ixlo laleixit üomiiwm! Wie freundlichund lentseelig ist GOTT, daß er in sich selbst den Menschen ans und annimmt! Esist auch ein wcrthes und unvcrwcrfflich Wort, wie es der Dottel nennet, einthencr wcrthes Wort, «Ltox, welches ein jeglicher mit Freuden

ans- und annehmen soll wegen seiner Göttlichen Würde und Hoheit. Den -»rocko/hHeisset aceoxtio, approimtio, wenn man etwas mit grossen Vergnügen ans- und an-nimmt, und es ihm sonderlich Wohlgefallen lässet. So Werth, so unverwerflich, so

hoch