Druckschrift 
Folge 3 (1880)
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

222

rissen, wie einen Banm, Iliob. XIX. 8. 9. 19. Wnr ich nicht glückseclig? War ichnicht stille? Und kömmt solche Unrnhe? lliob. III. 26. Betrübt denen sämmtlichenHochwohlgebohrnen Herren Söhne», und Fräulein Tochter, und säinmtlichen HohenAnocrwandtcn, welche seufftzcn: Mein Vater, mein Vater, Wagen Israel und seineRenter. 2. HoA. II. 12. Betrübt denen Hochfnrstl. Häuptern, DERO hörendesOhr und sehendes Auge der Hochseeligc Herr Obcr-Anfsehcr gewesen, nun aber imTodte erblasset und verdunckelt. Betrübt denen sämmtlichcn Bedienten, welche ihrengütigen HERRN Verlohren. Betrübt denen sämmtl. Nntcrthancn, welche unterseinen Schatten Ruhe und Sicherheit gefunden Als Chnr-Fürst Friederich zu Sachsengestorben war, haben seine Untcrthanen geseuftzct: Ach wir haben nnsern Vater Ver-lohren! Die vielen häuffigen Thränen, welche die Untcrthanen um diesen HochseeligcnHerrn vergossen, zeugen sattsam von dem grossen Verlust, den sie erlitten, und vonihrer grossen Liebe, die sie zu demselben getragen. Wir worden nicht unrecht thnn,wenn wir diesen Tag einen heiligen nnd fertigen Tag nennen. Heilig ist er, weilihn unser Heyland JEsus CHristus mit seiner glorwürdigsten Anfferstehung gcheiligctund herrlich gemacht hat, und uns ein gewisses Pfand und Siegel gegeben, daß unsereLeiber auch dermaleinst sollen wieder ausferstehen. Heilig, an welchem das Gebet undLob-Opfer so vieler tausend Christen zum HERRN aufgestiegen, und für den ThronGOttes kommen ist. Heilig, an welchen sich der Hochseeligc Herr Obcr-Anfsehcr mitseinem Heyland und Erlöser JEsn CHristo aufs neue verbunden hatte, demselben zuleben, zu dienen, zu sterben. Ein sceliger Tag ist er, au welchem bey muntern Kräfftcnder Hochseeligc HERR mit dem Leib und Blut JEsn CHristi gespeiset und gcträncketzum ewigen Leben, die gäntzliche Befreynng von dem Dienst dieses vergänglichenWesens zu der herrlichen Freyheit der Kinder Gottes erwartet und erlanget hat. DerHErr hat am Abend desselben Tages den Abend seines Lebens kommen lassen, undIhm die grosse Gnade erzeiget, daß er seinen Geist im Friede weggenommen, undaus der Welt in den Himmel versetzet hat. Tob. III. 6. Erwegcn solches in heiligerFurcht des Herrn die Hvchstbctrübtc Leidtragende, so werden Sie ihre bekümmerteSeele in Christlicher Gottgelassenheit fassen, nnd mit Oavici sagen: Was betrübest dudich meine Seele, und bist so unruhig in mir? harre auf GOTT. ?I. 42, 6. 12.HErr unser GOtt, unser Seele harret auf dich HErr, du bist unser Hülste und Schild.Ach sey doch unsere Hülste und Schild, und stärcke uns in dieser Stunde. Wir sprechenim Glanben nnd in der Andacht ein stilles Vater Unser.

Der begehrte Leichen-Text, welchen der Hochseel. Herr Ober-Aufseher mit eigenerHand vor 21. Jahren in dero Lüncbnrgische Hand-Bibel geschrieben, ist enthalten in

I. 'limotü. I. ?. 15. 16.

Den» das ist je gewißlich wahr nnd ein thcncr wcrthes Wort, daß EHristusJEsns komme» ist in die Welt, die Sünder scelig zu machen, unter welchen ichder fürnehmste bin.

Aber darum ist mir Barmhcrtzigkcit wiedcrfahrcn, auf daß an mir fiiruehm-lich JEsus CHristus crzeigcte alle Gedult, zum Excmpcl denen, die an ihnglänbcn sollen zum ewigen Leben.