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Der uns, uns selbst entnimmt und zu dem Leben sendet,
Wir sangen nach dem Tadt zu leben erstlich an,
Wenn das was irrdisch ist zur dunkeln Grufft sich neiget,Die Secl zum ksimmel steigt und kiist die reine Bahn,Wa alles Ungemach wo Sturm und Wirwcl schweiget,Wohl dein der so wie ich dis Seitliche verlohnen,Der wird wenn er hie stirbt im Bimmel neu gebohrcn.
ßV CH scheue mich keines Weges, Allerseits Hochgeschätzte! mit diesen PoetischenWorten, meine Lntrö aufs dieser Trauer-Stelle zu machen, denn vhneracbtet ich^1 nicht zu enturthcilen verlange: Ob eine der Secligkcit einmahl einverleibte Seele,annoch sähig sei, irrdischc Gcdanckcn zu haben, oder nur einige Betrachtungen,auf diese ^zeitliche Nichtigkeit zu wenden, und sich dadurch in dem Genuß derhimmlischen Freuden zu stöhren.
So getraue ich mir doch ohnschwer zu behaupten, daß, wenn es anders müglichwäre, daß, der Welstand Hochwürdige und Hochwohlgebohrnc Herr, Herr AnthonAlbrccht von Eberstcin, des hohen Stiffts zu Halberstadt 8nb-8onior, Dohm-Herrund Burg-Voigt, Herr auf Gehofcn, Ncnhanß und Paßbrnch, Jnnhaber der bcydenAemtcr Lein- und Mehrungen, dessen Hochadelichc blxogvion wir ansetzt leider! begehenmüssen, noch einen Blick ans dem Aufenthalt der Ewig-sccligen ans dieses Erdrundlencken solte, Er uns gewiß niit erwchnten Worten die Thränen abtrockenen würde.
Dann es bleibet doch dabcy die Tobten sind unsere beste Lehrmeister, sie eröffnenuns Lebendigen die. Augen, da wir sie ihnen als Sterbenden zu drücken.
Allermassen jener kluge Heyde weißlich gcurthcilet, wenn er saget: Nasor rirtnsmortuis oolsncki animam, gram mumiis onrancli oorpos. ist so viel gcsaget: DieBetrachtungen der Tobten erbauen mehr das Gemüth, als die Mumien die kranckcnCörper heilen können.
Allerseits betrübteste Leidtragende sind Sie mit mir hierin einstimmig, so wer-den Sie mir gewiß auch Beyfall geben, wenn ich durch berührte Verse dero zwarmehr als rechtmäßige Traurigkeit zu bcstillen gesucht.
Ich gestehe der natürlichen Regung gerne zu, daß es ohnmöglich das Erblasseneines geliebtesten Gemahls, mit trockenen Augen anzusehen, das Ableben eines gcchr-testcn Vaters, mit geschlossenen Lippen zu betrachten, das Sterben eines wcrthcstenAnverwandten und Freundes, mit gelassenen Hcrtzen zu übertragen, denn auch Thränen,Aechtzen und Senfftzen, sind nach ll'imantis Meynnng vor so Scelcnprcßenden Verlustnoch viel zu wenig.
Allein wollen wir nur diese Betrachtungen als Menschen ein wenig bey Seitesetzen, und solche als Christen vor die Hand nehmen; So müssen wir mit lZaliliobekennen, daß der Todt der eintzigc Mittelpunkt zwischen den zeitlichen und ewigenLeben seh. Zwischen den Jammer und Vergnügen, der Nichtswürdigkeit, und höchstenVollkommenheit, zwischen den Ach! und Wohl.")
Wir werden ja nicht als Christen der geheiligten Seele ihre frohe Absonderungvon den irrdischcn Cörper mißgönnen, da solche als von GOtt eingeblascn, das glück-sceligc Anschauen seines allerheiligsten Angesichts erlanget, und der Leib als von derErden entstammet, die von ihr angenommene Vergänglichkeit wieder in ihren Schoßlieget, da doch blinde Heyden ans dem Licht der Natur crkandt, daß selbe keine bessereErfindung als der Todt gezeuget, daß Ende aller Menschen, welcher sich um keinenbesser verdient machet, als zu welchen er frühzeitig kommt, ülaximnm vites bonummors sagt Lonoea. und dieses crwchltc sich jener gelehrte Spanier zur Grabschrifft,um Männiglich seine durch den Todt erlangte Glückseligkeit vorzuwählen.
„Ja, wie sollte es nicht Sünde sein, da nach einem ewigen Gesetze der Tod darauf steht!"
Bgl. die 1SS9 bei Moritz Schäfer in Leipzig erschienene „Wrlt-Nrkunde", S. SSZ.
Wir
") „ksimmel, las; mich Knud' erlangen,Da Du so verfährst mit mir,
Welch verbrechen ich an DirSchon durch die Geburt begangen!Doch ich habe mich vergangen,
Ich erkenn' es: weit ich ward?
Strafst Du mich auch noch so hart,Nenn ich gniigcnd Deine Gründe:Denn rkes 1>/enscben größte Küncke4Ä, ckass er geboren marck/"