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Folge 3 (1880)
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Wir wollen also nicht Fleisch nnd Blnt nach gehen, noch dessen Trieb folgen,welcher aus groß eingebildeter Süßigkeit des menschlichen Lebens sich schmeichelt, denSterbens-Termin fast gar vergist, denn das Uhrwerck der Zeit hält seine fliegendeRäder nicht wie wir metzncn, ans, sondern eilet beständig fort, ob wir gleich desZeigers Schnelle nicht bchertzigcn, welcher öffters die Mitternachtstnnde weiset, wannwir es kaum Mittag zu sehn glauben.

Sondern uns als wahre Christen anstellen, welche gelcrnet auch in der härtestenVerhängnis; die Schickung des Allmächtigen anzubeten, und dessen allcrheiligstcn Urthels-Stab zu küssen.

Wir wollen nnsern Höchstseeligsten Glück wünschen, daß er durch einen so seeligenTodt derjenigen Freude theilhasftig worden, welche nach GOttcs eigenen Eingeben,noch kein Auge gesehen, kein Ohre gehöret, und in keines Menschen Hertz kommen.

Und dieses ist es nicht allein allerseits höchst- hoch- nnd wcrthgeschätzte Anwesendewelches unser bcklembtcs Hertz zufrieden spricht; Denn wüste jener grosse Monarch,jedermann die Beängstigung über seinen herzucilcndcn Todt, mit diesen Worten sonachdrücklich auszureden: Ich verlasse euch keines iveges Getreueste, denn ohnerachtetder Todt meinen elenden Cörper anffrist, so wird doch weder Neid noch Zeit, meinenNachruhm tilgen, nicht zwar ich, sondern meine aufrichtigen dcwUIia, und treue Vor-sorge werden auch forthin vor euch nnd des Reiches Wohlfahrt wachen.

So können wir uns warhafftig mit desto grösseren Rechte zu frieden stellen,wenn wir den Ruhm unsers Höchstseeligsten überdencken.

Wäre ich nicht aus eben den Ebersteinischen Stamm, woraus Er entsprossen,gcbohren, so würde ich mit Euripide ausrüsten: LAroß-ia ck inliAnis slt intor Immingsimta dünn Itirpo iml'ei. Ich würde dessen berühmtes Alterthum, und die ans selbenbckaudtcn Helden, nach ein ander aufführen, und auffs deutlichste aus glaubwürdigenScribenten darthun, das nicht allein die von Eberstein, deren Nahmen bereits in denenersten Lseulis nach Christi Gebührt, in Franckcn und Sachsen bekannt waren, mitunter der Zahl derer Edeln gewesen, welche ihre Frehhcit so lange gegen den grossenCarl behauptet, ja gar unter denen wenigen Geschlechtern, ans welchen Jährlich die12. Vicrhcercn des Königreichs Sachsen, bei Friedens-Zcitcn, nnd zu Kricgcs-Zcitcn,deren Könige oder Heerführer erwchlet werden müssen, und daß Sic damahln denen,nachdem in der Welt so hochgestiegenen Häusern, der Mcrovinger nnd Carolingcr, anAdel nichts zuvor geben.

Das angcbohrne Wapen würde ich zum Zeugen anrüsten w, w. zc.

Was haben wir dennoch Ursach zu tranren, höchstbestürtzte Leidtragende, uns istnichts übrig als Freude, und daß wir uns gegen Sic A. H. Leichen-Begleiter ge-bührend bcdanckcn, daß Sie den entseelten Cörper des Hochwürdigcn Herrn lZnd-Lsniaris noch den letzten Ehren-Dienst bezeugen, und Ihn in Person zu seinen Erb-Bcgräbniß begleiten wollen; Die sämtlichen Leidtragenden nehmen dieses als einZeichen auch nach den Tode noch grünender Freundschasst auf, und erkennen sich da-vor zu allen möglichsten Diensten verbunden, wie Sie denn mir aufgetragen, Ihnenallerseits zu versichern, daß ihnen nichts angenehmeres, als wenn Sie dcro aufrichtigeDanckbarkcit bey allen erwünschten oecalioimn realil'iren sollen.

Nun so traget denn ihr Getreuen eures seeligstcn Herr», seinen erblastcn Leibzu seiner Ruhe-Stätte hin, überbringet das Jrrdische der Erden, wie die unsterblicheSeele den Schoos; Abraha einverleibet.

Doch haltet noch etwas, ich will vorhcro die Cronc von Sarg und Wapennehmen, nnd damit sein nnverweßliches Andrucken bekrönen: Euch aber ihr weissenLilien, ihr reinen Zeugen seiner preißwürdigen Vollkommenheit, euchwill ich in alle Welt anstreuen, daß der Geruchseines Nahmens nie vergessen werde,v I X I.