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Folge 3 (1880)
Entstehung
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Herrn Uoetoroin Usnrienm Äke^dominm zu Helmstädt, auch andere vortreffliche Leutemehr oontnliret und gebrauchet, allein es hat sein Übel seyn, und schwere Leibes-Ovnt'tirntion nicht gäntzlich gehoben werden können, weiln ein heimliches sehr ver-zehrendes Fieber bch demselben eingeschlichen, jedennoch aber durch die stetige Nehmungder besten Artzeney, sind so viel Kräffte oont'erviret worden, daß Er seinen Geschafftenziemlicher maassen vorgestanden. Bis endlich des 22ten pat'kirten lannarii, Nachts,Sr. Hochwürden mit Hertzens-Angst, Mattigkeit, Durst und vomiren befallen, dabei)ein grosses Verlangen nach den hier wohnenden, damahls aber eben nicht einheimischen(üiirnrAum, Herrn Arnold Christian Springern getragen, der auch so fort zurück ge-holet worden, und beh seiner Ankaufst desHochseel. Herrn Znstand reifflich erwegend,denselben vor gefährlich, und also vor rathsam befunden, daß man ungesäumt einenUsciieum zu Rathe ziehen möchte. Darauff denn alsofort Sr. Hochwürden Frau Ge-mahlin, die itzt hochbetrübte Frau Wittbc, welche, wie Sic jederzeit ihre Vorsorgeund Liebe gegen ihren Herrn erwiesen, und in solcher, bis an sein Ende dargethanenbeständigen Liebes-Bezcugung, vor ein rechtes Exempel wahrer Ehelicher Treu, mitallen Fug gehalten werden kan, nicht eine Ninnto versäumete, nach Halberstadt zusenden, und den daselbst befindlichen Königl. Preußischen Hoff-Asäteum, und Ober-Land-Uüxkienln, Herrn Doot. Leislern, um Rath fragte, und Ihn anhero zu kommen,bemühete, welcher denn also gleich, beh seinem nrrivsmsnt, Ihrer Hochwürden, mitden allerherrlichstcn iUeclieamenten leenncliret, und diese Kranckheit vor ein solcheszugeschlagenes hitziges Fieber erkennet, wovon hochgedachtcr Herr Lud-senior vonEberstcin, beh seinem schon nach und nach ausgezehrten Cörper, unmöglich könterektituiret werden. Dem aber ungeachtet, hat man doch nicht unterlassen, Sr. Hoch-Würden mit guter, auf Ihre gefährliche Uataäis gerichteten Artzency, beyzuspringen,und alles, was man gekonnt, zu Ihrer Genesung, anzuwenden: Zumahl, wenn esmöglich wäre gewesen, auch gar die Hochwohlgcbohrne Frau Gemahlin gerne selber,ein Theil seiner Schmcrtzen, auf sich genommen und erduldet, denn Selbige. Ihn alsohcrtzlich geliebet, bedienet, und gar, wenn man es sagen soll, aufgewartet, daß Sienicht allein, alle die Jahre seines übel befindens, manche Mühe, und schlaflose Nacht,feinet wegen gehabt; sondern Sie hat auch, in seiner letzten Kranckheit Ihn nichteinen Augenblick gvittiret, alle mögliche Handreichung gethan, und alles, zu seinerLoeonvalotcsneo, angewendet, wofür GOTT der Höchste, der nun hochbckümmcrtenFrau Wittbc, tausendfältigen Trost und Seegcn geben wird.

Weiln es aber von dem Höchsten einmahl beschlossen, daß der Hochseelige Herrsud-öonior, dieses nichtige, vergängliche Leben, mit den himmlischen, ewig-wehrenden,und denen Frommen bereiteten Wohlstande, so kein Auge gesehen, kein Ohre gehöret,und in keines Menschen Hcrtze kommen ist, vertauschen solte. So hat sich auch Der-selbe, gleich wie Er ohnedem gewohnet war, nur allein, mit allen Sinnen und Ge-dancken zu GOtt gewendet, ohn Aufhören beh allen empfundenen Schmcrtzen, mitSeufftzen und Bethen angehalten, und unermüdct seinen JEsum im Munde undHertzen, geführet, und obwohl Ihn von der Frau Gemahlin, dem Herrn ülellico, undandern Anwesenden, vorgestellet worden, daß Er doch nur etwas zu seiner leiblichenRuhe, vom Gebet und dergleichen üloctitationen ablassen möchte, so hat es aber behIhm nichts verfangen wollen, sondern Er hat, in seiner Andacht, da Er alles Weltlichereki^niret, und anff selbiges nicht die geringste Rslieetion mehr gemacht, steiff undfeste fortgefahren, daß es auch beh Ihm geheißen: Linis eoronat opus. Und in14* solcher