Druckschrift 
Folge 3 (1880)
Entstehung
Seite
170
Einzelbild herunterladen
 

170

Abdanckung.

zu Wege, und erwarb Ihrem Könige die verlangte Ämvsrsm'tAt. Dem Hochlöbl.Chür-Hanß zu Sachsen ist ncchst Göttl. Beystandes die Wllrcknng seiner tapfern undverständigen Rathschläge also zu statten kommen, das die hin- und wieder lichterlohbrennende Krieges-Flammc, selbiges nicht berühren können.

So glücklich nun ein- und anderer Staat durch den Besitz des Selig verstorbenenHerrn Feld-Marschalls gewesen, so schmertzhafft ist hergegcn desselben, durch den früh-zeitigen Todt erfolgte Verlust, zumahlcn da bey dem Einbruch des Frantzöischcn TZan-ntbals und anderer, unsers geliebten Vaterlandes heran tringcndcn Feinde, solcheGroßmüthige Helden den kräfftigsten Wicderstand leisten können. Ob nun wohl wirgenugsam veranlasset worden, über den unverhofften Verlust des Scel. Herrn Feld-Marschalls unsere Traurigkeit, wie die Raths-Hcrrn zu Rom, welche, als sie den Todtdes Dikl vernommen, sämbtlichcn sollen mit Bcstürtznng zum Rath-Hause

zu geeilct haben, ümb den Todt Ihres Beschützers zu beweinen, cbenmässig an Tagzu geben: Wenn aber der Todt unvcrmeydlich, und kein Mensch von demselben bcfrcyet,der gleichen Helden auch bey einstürmenden Krieges - Ungewitter der Allerhöchste nochjedesmal)! zu erwecken Pfleget, so werden wir hierinnen desselben gnädigen Willenuns nicht nnbillich untergeben müssen; Absonderlich aber gereichet denen in höchsterBetrübnüß hinterlassencn Herrn Söhnen und Frauen Töchtern zum kräfftigsten Trost,daß Ihr Secl. Herr Vater, vor seinem seligen Ende der wanckclmüthigen vortunTücke nicht noch erfahren müssen, sondern in grössestcn Ruhm sein Leben gecndiget,und, gleich wie jener TVwbanische Feld-Herr AMmlnoncka», als Er in einen Treffentödtlich verwundet, sterben wollen, gegen seine Soldaten sich noch also gerühmet: non, ottw mea?, «e melius et auetius initium ackventt.' nunc snimvester Zlpaminonckas »uiscitnr gwia sie »noiÄur: Meines Lebens Ziel, lieben Cam-mcraden, ist keines Weges herbey gerücket, sondern ich hebe aller erst an, desto besserund länger zu leben: Denn euer 7i-pcim«wllas wird itznnd gcbohren, weil er alsostirbct: Gleicher Gestalt kau von dem Scel. Herrn Feld-Marschall, und zwar mit weitbessern Ruhm gesagct werden, das seines Lebens-Ziel keines Weges herbey kommen,sondern er hebet allererst an, nmb soviel desto besser und länger zu leben; nunc enimnaseitnr, zv!» sie moritur, denn jetznnd wird er zum ewigen Leben gcbohren, weiler als ein, in der Gcistl. Rittcrschafft und Glaubcns-Kampff wol geübter Held gestorben.

Indes ruh wohl, du kseld, von nnserm Uknnd geehret,von nnsern Sinnen auch. Wenn sich die Sonne kehret,

Und wendet ihren Laufs, soll stets ein treuer Ulund,

Dein Edles kfelden-lyertz der Nach-Welt inachen knnd.

Daß nun Se. Churfllrstl. Durchl. Dero Gnaden-Strahlen gegen den selig verstorbenenHerrn Feld-Marschall noch blicken lassen und Ihre Hochansehnliche Gesandschafft zudesselben angcstelten LeichcnBcgängnüß abschicken wollen, solches erkennen die Leid-tragenden Herrn Söhne und Frau Töchtcrc mit untcrthänigsten und dcmiithigstenDanck, und gleich wie sie sich sämbtlich schuldig erachten, sothane Hohe Chnrfiirstl.Gnade mit allen unterthänigsten und dcmüthigsten Diensten zu erwiedcrn, also wünschensie auch hcrtzlich, das der Zlllcrhöchstc Demselben Regierung lange Jahre in erwünschtenerhalten und Dero Chnrfürstl. Hauß vor allen Trauer-Fällen, gnädiglich be-wahren wolle.

Daß auch Sr. Hoch-Gräffl. Gn. den selig verblichenen Herrn General Feld-Marschall zu sonderlichen Ehren, wie auch meine res^eetive Hohe iUatrcmen nndgrosse Freunde, und das Tugend belobte Frauen-Zimmer mit Hindansetznng ihrerGeschäfftcn, in so ansehnlicher 70-szvsnts bey desselben angestelten Leichen - Uroeessionerscheinen wollen, solches erkennen die sämbtl. Hn. Leidtragenden mit unter dienstlich-nnd schuldigen Danck, erbieten sich hergegen, ohne unterlaß bemühet zu leben, diesesgrosse Ihrer Hohen Freundschafft und a/feaU'an, welches sie anitzo in unan-

genehmer Traurigkeit von Ihnen aufgenommen, mit noch grösserm Wucher in er-wünschter Fröligkeit hinwiedernmb zu erstatten.

Abgelegct VonJohann Georgen von Mcußbach.