Druckschrift 
Folge 3 (1880)
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

144

Ein Geistliches

Weichs der Welt Sünde trägt. Diesem gcängstigtem, elenden, und betrübem Mannefürhelt, der auch, ungeachtet der schweren Last sv ihn nach der Erden drücket, dennochdarauff zu sehen, sein Haupt herumb drehet, und diesen Seufftzcr, auß seinem Mundestosset: Ich habe gesündigct wider den HErrn. Der Priester aber so Niel redet:Sv hat auch der HERR deine Sünde weggenommen, und wirst nicht sterben.II. 8am. XII. 13. Item: Von diese!» JEsn Christ, welcher ist der HErr überalles nnd verordnet, ein Richter der Lebendigen nnd der Todcn, zeugen alle Pro-pheten, das durch seinen Nahmen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sün-den cmpsahcn solle» Xet: X. 43.

Dagegen aberber erscheinet und prwlontiret sich, auf der andern Seiten, der biß-hieher in gantz geringem Habit, in höchster Traurigkeit nnd Roth auffgestelte Mann,(I.) in Königlichem Schmucke, rings umbgeben, mit dem Chor der Propheten, Evan-gelisten und Aposteln.

(2.) Aufs seinen Baaren knien.

(3.) Mit einem erhabenem und freudigem Angesicht gen Himmel.

(4.) Auch offen-singendem und Lobenden Munde.

(5.) Eine Harffc, darausf er mit seinen Fingern spielet, für sich habend mitdieser übcrschrifft:

GOtt, dn lessest mich wissen, die heimliche Weißhcit, cntsündigc mich, mitVsopen, das ich rein werde, wasche mich, daß ich Schneeweist werde, last michhören Freud nnd Wonne, dast die Gebeine frölich werden, die du zuschlagen hast.Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden, und tilge all meine Misscthat. Schaff^1. in mir Gott ei» reines Hertz, und gib mir einen Neuen gewissen Geist, verwirffmich nicht von deinem Angesicht, nnd nimb deinen heiligen Geist nicht von mir.Tröste mich wieder mit deiner Hülffc, nnd der freudige Geist enthalte mich. Item:Wol dem, den die Übertretungen vergeben sind, wol dem Mensche», dem der HErrIVaim: die Misscthat nicht zurechnet. Freuet euch dcst HCrrn ihr Gerechten, nnd rühmetXXXII. alle ihr Frommen.

Aber über dem Chor der Propheten, Evangelisten und Apostel wird ringsherumgelesen: Vns ist ein Kind gcbohrcn, ei» Sohn ist uns gegeben, Hallclnja. FürwahrÄ->a: IX. er trug unser Kranckheit, und lud auf sich unser Schmerzen. Wir aber hieltenihn für de», der geplagct und von Gott geschlagen nnd gemartert were; Aber erist ümb unser Misscthat willen verwundet, und ümb unser Sünde willen zuschlagen.Die Straffe ligt ans ihm ans das wir Friede hcttcn, und durch seine WundenAm. Hill, sind wir gchcilet. Waschet euch reiniget euch, thut euer böses Wesen von meinenAugen. Lasset ab vom Bösem, lernet Gutes thu», trachtet nach Recht. WennI?«a. 1,13. den euer Sünde gleich Bluth roth ist, so soll sie doch Schnee weiß werden. Vnd18. wenn sie gleich ist wie Nosin Farbe, sv soll sie doch wie Wolle werden. (Denn,)Isoe/t. Ich habe keinen Gefallen am Tode des Sterbenden, spricht der HErr, HErr, da-XVIII, 32. rnmb bekehret euch so werdet ihr Leben.

^erem.- Ist nicht Ephraim mein thcurer Sohn und mein trautes Kind: Denn ich denckeXXXI, 2V. noch wol daran, was ich ihm geredet habe, darum bucht mir mein Hertz gegen ihn,daß ich mich sein erbarmen muß, spricht der HErr.

Was soll ich aus dir machen Ephraim? Soll ich dich schützen Israel? Soll ichnicht billig ein Xckama auß dir machen, und dich wie Zeboim zurichten; Aber mein