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Folge 3 (1880)
Entstehung
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Am 1. Mai 1571 wurden die Unterthanen von Andr, Kahle in Pflichtgenommen und denselben von ihm ein Faß Bier, 5hs Eimer haltend, zuvertrinken gegeben. Ascha von Holla gab eben so viel. Die Unterthanenmußten es vor dem Thore austrinken. Ostern 1572 wurde Paßbruchnud Horla an Albrecht Schlegel auf 3 Jahre für 400 Thlr. jährt,verpachtet.

Bei ihren derangierten Umständen hatten die Grafen zu M. (besondersdie der 1570 sequestrierten Linie) ihre Rata Reichs- und Kreis-Steuern,Türkenhülse :c. nicht abgetragen. Der Reichs-Fiskal hatte daher gegen dieGrafen ein Mandat mit eventueller Achtserkläruug ausgebracht. Zur Ver-hinderung anderer Weitläufigkeiten erlegte deshalb Andr. Kahle 1573 fürdie Grafen 328 fl. 9 Gr. Reichssteuer.

Gottschalck berichtet in seinem oben näher bezeichneten Aufsatze, daßAndr. Kahle und namentlich dessen Frau sehr wunderlich gewesen, er habealle Gebäude einfallen lassen, wäre blutgierig und begierig vf die Büchsen(d. i. leidenschaftl. Jäger) gewesen und Hütte den Forst lauter von Bäumengemacht. Auch Hütte er das Geld nicht ganz zu völliger Befriedigung fürAscha von Holla ausbringen können, daher er mit den Gebrüdern Geb-hard, Philipp und Klans v. Bortfeld gehandelt, daß sie dem Ascha v. H.den Überrest und ihm, was er bereits bezahlt, erlegen möchten. Das seizu stände gekommen und am 14. April 1575 nach Vorlesung knrfürstl.snchs. Konsenses wären die Unterthanen an die v. Bortfeld gewiesenworden.

Schon 1574 bat Andr. Kahle um Konsens in Cession seiner Rechtean den Ämtern Lein. u. Mor. bei der Landes-Regierung zu Dresden anHenning von Bortfeld, für den auch Kurfürst August sub llato1575 den 21. Febr. diesen Konsens der 13000 Goldfl. nud 13000 Thlr.halber ertheilte, der aber nachher abgeändert und auf

Gebhard, Philipp nud Klaus von Bortfeld

gestellt wurde. Das Regiment hat namentlich Gebhard v. B. gehabt,der in Lein- und Mornngen zu bauen und zu bessern anfing und inPaßbruch, Horla und Mornngen die Teiche ausführen ließ. Diese 3 Ge-brüder schenkten 1570 der Kirche so viel, daß die Kanzel vorgerückt, dieEmporkirche gebaut und Stühle für Junker Gebhard's Frauen gemachtwerden konnten. Philipp v. B. starb nach Michaeli 1577, bald darauf,am 10. März 1578, auch Gebhard. Als am 15. März 1579 Gebhard'sWitwe von Leiunngcn weggezogen war, kam Klaus v. Bortfeld dahinund hat daselbst bis 1580 Haus gehalten.