Außer dieser testamentarischen Stiftung fand aber auchvon Seiten der genannten Gräfin vonWatzdorf, gebornenGräsin Vitzthum noch die Auszahlung eines Capitals von20,000 Thlr. an die verschiedenen in Churfürstlich säch-sischen Landen wohnenden Herren von Watzdorfstatt. In Folge eines von ihrem verstorbenen Gemahle nurmündlich ausgesprochenen Wunsches bestimmte die genannteSchenkgeberin hierzu die Summe von 20,000 Thlr. Siesetzte sich zu diesem Zwecke mit Adam Friedrich vonWatzdorf auf Kauschwitz, Oberhofrichter in Leipzig, inVerbindung, veranlaßte ihn, von den in Churfürstlich säch-sischen Landen wohnenden Herren von Watzdorf ein Verzeichnißzu entwerfen und darauf eine Repartitions-Tabelle zu begründen.Auf Grund dieser Unterlagen sind sodann die verzeichnetenHerren von Watzdorf am 30. September 1766, nach voran-gegangener Einladung, auf dem Schlosse in Lichtenwaldeerschienen und haben daselbst ihre autheiligen Capitalien nebstzweijährigen Zinsen von Michael 1764 bis Michael 1766 inEmpfang genommen. Das Nähere hierüber ist enthalten indem Actenstücke:
„Das von der Frau Gräfin von Watzdorfdem Adelig Watzdorf'schen Geschlechte hinterlasseneLegat von 20,000 Thlr. betreffend vom Jahre 1764."
Was hiernächst das Capital der vereinigten Weißenfels-Zeitzer Iungferugelder betrifft, so hat es hiermit folgendeBewandtniß.
1000 M. Fl. — 875 Thlr stammen ebenfalls aus demCodicill der Frau Aebtissin vonWatzdorf und 286 Thlr.17 Ggr. 6 Pf. aus dem sogenannten Zeitzer Legate her,welches in dem von der Frau Stistsräthin von Watz-dorf, geborenen von Bodtfeld unter dem 20. Januar 1720zu Zeitz errichteten Testamente seine Entstehung hat und inselbigem auf 400 M. Fl. festgesetzt war. Nach deren Todeentstanden aber mehrere Streitigkeiten über die Auszahlungdieses Legats, welche erst 1760 beendigt und durch Vergleichdie obbemerkte Summe von 300 M> Fl. oder 286 Thlr. 17 Ggr.