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3 (1871) A: Die Familie Carl Kähler. B. Die Familie August Kähler bis 1819
Entstehung
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1787 — 1792,

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äußerlich jede Verbindung abgebrochen war. Sophie schreibt davonan diese in dem schon angeführten Briefes: „Alles, was lebendoder leblos mir von meinem theuren Vater zurückblieb, ist mirverehrungswürdig; wie sehr und wie innig muß mir es demnachdie erste und vielleicht einzige Freundin der freien Wahl seinesHerzens sein, von der er mit mir so oft so feurig und so schönsprach, daß ein mildes Feuer in meiner Seele aufging und zumfesten Wunsche ward ihr nachzuahmen. Oft, wenn er an mireine Erschlaffung oder nur einen Stillstand zu bemerken glaubte,raunte er mir leise in das Ohr: „Meine Tochter, immer sichgleich war Sie schnell wie Feuerflamme zum Guten." Mit ge-stärkter Kraft raffte ich mich dann zusammen und wurde immerempfänglicher den ewig Theuren recht zu lieben, seine Jugend-freundin recht zu verehren und mich selbst, wenn sie anders michBeide zugleich lieben könnten, ihrer Liebe recht würdig zu machen."Nicht minder warm hatte Caroline Lucius ungeachtet ihrer Ver-heirathung mit dem Pastor Schlegel in Burgwerben bei Weißen-fels das Andenken ihres Jugendfreundes bewahrt. Als achtzig-jährige Greisin schrieb sie am 9. März 1824 an Sophie überden Besuch des ältesten Sohnes der Letzten: „Um 12 Uhr ver-ließ ich die Freundinnen mit einem Herzen voll süßer unruhigerfroher Erwartung. Mir fielen die Anfangsworte einer Arie ausRomeo und Julia ein: Meinen Romeo zu sehen w. Den Enkelmeines Seydel zu sehen! den Sohn meiner von mir so sehrhochgeachteten innig verehrten trefflichen Sophie Seydel — undzu denken, wie wenig es dem nun längst vor mir Heimgegange-nen geahnt haben möge, daß seine Caroline noch seine Tochterseine Enkelch kennen ja seinen Urenkels erleben werde."

Im Jahre 1792 kehrte die älteste Tochter nach der Schei-dung von ihrem Gatten mit zwei Kindern Carl und Leonore indas Elternhans zurück und wnrde von dem Vater mit den Wortenempfangen: „ Glücklich kann ich Dich in Deiner Lage nicht machen,auch ersetzen kann ich Dir nichts; aber doch zufrieden kannst Duwerden. Ich habe wenig; sei genügsam, und ich will gern mitDir, armes Weib, meinen letzten Bissen theilen um die Genug-

1) Oben S. 230. 2) n. I. und II. 3) v, II, 1,