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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
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lassen. Nun aber ivill er mich doch behalten," Sie kleidete sichzwar sehr einfach allein jederzeit sorgsam und zierlich, Da meintesie nun, daß ihr bei einer bevorstehenden Reise zu ihrem SohneMoritz nach Züllichau ein neues Umschlagetuch fast unentbehrlichsein werde.Ich sage: fast denn wäre ich so arm um mirnicht so was schaffen zu können, so würde ich mich nicht schä-men, wenn ich auch noch viel schlechter bekleidet gehen müßte,und mich nur durch Reinlichkeit auszuzeichnen suchen. Da diesjedoch nicht der Fall ist, natürlich ist mir es denn nicht einerlei.Wie ich noch jünger war, ging mir es wie Ihnen; ich schien oft,selbst meinem Manne, geputzter zu sein wie Andere, wenn esauch der entgegengesetzte Fall war." Nach langer Verhandlungwar denn endlich aus Cottbus ein solches Tuch zur Ansicht ein-getroffen.Es ist wirklich recht schön und sehr geschmackvollgearbeitet; ist es auch bunt , so hat es eigentlich doch keine grelleFarben. Wäre ich wenigstens nur fünfzehn Jahr jünger, sobehielt ich es gewiß. Mein Mann wollte mir es zwar überlassen,aber er sah nur doch in mein altes welkes Gesicht und dannwieder auf das Tuch; und ich wickelte es wieder zusammen."Sie pflegte einen für sie befriedigenden Umgang mit mehrerenOfficierswittwen, die in Sommerfeld wohnten. Unter diesennennt sie in ihren Briefen öfter Frau von Zoller v. Ratkev. Grawert v. Beulwitz v. Blomberg und deren Tochter die Gattindes Grundherrn der Stadt v. Beerfelde. Dagegen hatte er sichum diese Zeit schon lange von allem geselligen Verkehr zurück-gezogen, doch tauschte er mit den beiden Geistlichen PrimariusSchelz und Caplan Poppo bisweilen einen Besuch.

Nur noch einmal sollte die stille Ruhe in: Hause des fried-lichen Greisenpaares unterbrochen werden durch sein Doctorjubi-läum am 5. Juni 1818. Sehr fern lag seinem Sinne die Feiersolcher Tage in der Art, wie sie je später um so mehr herrschendgeworden ist und ernste Christen mit wehmüthiger Abneigungerfüllt, weil dabei so viel Unaufrichtigkeit und Uebertreibungmenschlichen Werthes und Verdienstes vorkommt und auch imAlter noch das zu Selbstüberhebung so geneigte Herz in großeGefahr bringt. Er wollte diesen Tag in: Kreise der Seinigen