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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
Entstehung
Seite
188
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den Haushalt vorgeschlagen hatten, schreibt die Mutter:Meinguter Mann, der so sehr um mich besorgt ist und mir einentäglichen Beistand wünscht, war ordentlich aufgeheitert durch Ihrebeiderseitige Vorsorge." Da bei dieser die Sehnsucht nach derHeimath bemerkbar wurde, die sie auch auf Befragen eingestand:Ich sagte ihr denn, es wäre mir recht lieb, daß sie aufrichtiggegen mich wäre; sie sollte nur Muth fassen und mich einmalals ihre Pflegemutter betrachten, die gewiß treu für sie sorgenund sie mit Güte behandeln würde. Nur bat ich sie es fürmeinen Mann nicht merken zu lassen, daß ihr bange wäre, weiles ihn beunruhigen würde und er bei seinen vielen Geschäftenund mancher Sorge, die ihn jetzt drückt, der Schonung bedürfe."Am 18. Mai 1814 schreibt der Vater seinem Sohn August:Deine gute Mutter kränkelt jetzt oft und ernsthaft. Sie bedarfSchonung Aufheiterung und Erneuerung der Kräfte. Ich habeihr den Genuß eines Bades zugedacht und will sie dahin beglei-ten. Ungern trenne ich mich von meinen Geschäften, da ich esfür meine Person^) noch entbehren könnte; aber allein kann ichsie nicht reisen lassen, und an ihrer Erhaltung ist mir zu vielgelegen." So kam es denn am 27. Juni d. I. zu der schonberührten Reises nach Liebenwerda, von wo sie in einen: aus-führlichen Briefe über ihre Reiseerlebnisse und ihren Aufenthaltsehr heiter berichtete. Mehrmals erwähnt sie, daß ihr der Gatteaus Besorgniß um ihre Gesundheit das Schreiben untersagt habe;so am Schlüsse eines Briefes:Ich darf schon nicht mehrschreiben, und wenn mein Mann nicht verreist wäre, so dursteich dies nicht einmal." Einige Tage später:Eben klopft meinMann an die Stubenthüre und trifft mich beim Schreiben. Erwollte erst morgen Mittag nachhause kommen, da war ich alsowieder einmal belauert. Nun mag es doch sein; ich sehe ihnimmer gern wiederkommen." Sie hatte sich in der Dunkelheitan einer scharfen Tischkante empfindlich das Nasenbein gestoßen.Nach und nach breitete sich die Geschwulst aus, und heute seheich so abscheulich aus, daß mein Mann sagte, wenn dies vorvierzig Jahren geschehen wäre, so hätte er sich von mir scheiden1) im 72. Lebensjahre! 2) Oben Seite 173.