Druckschrift 
2 (1869) Altvordern und Stammeltern
Entstehung
Seite
181
Einzelbild herunterladen
 

181

schreibt die Mutter am 5, Januar 1814:Deine beiden gedruck-ten Reden haben mir Freude gemacht und ich habe sie mit vielerRührung gelesen. So gewiß ich überzeugt bin, daß sie vonVielen mit Beifall aufgenommen worden sind, so ist der Ein-druck, den es auf die Mutter macht, die sich das rege Gefühlihres Sohnes dabei denkt, denn doch von jenem noch etwas ver-schieden und ungleich wärmer. Wie aber die Mutter es nichtlassen kann ihren Sohn auch strenger zu beurtheilen als Andere,die sie minder nahe angehen, so würde ich auch hier es liebergesehen haben, Du hättest die Hindeutung auf das, was nachWiederbesitznahme der Stadt Cottbus von Sächsischer Seite zustrenge geahndet wurde, schweigend übergangen. Ich will meinUrtheil hierüber keinesweges als untadelhaft angesehen habensondern nur nach meinem inneren Gefühl, wo ich so gern ver-meiden niag auch wahrhafte Beleidigung öffentlich zu rügen"Vom 25. December 1814:Gewiß sind wir Dein Vater undich ganz Deiner Meinung, daß der Beitritt eines Predigers indiese geheime Verbindung^) seinem Amte mehr nachtheilig alsvortheilhaft sein kann. Du hast dies so vortrefflich auseinander-gesetzt mit rühmlicher Schonung gegen die Maurergesellschaft,daß ich für meine Person gar nichts dagegen zu sagen wüßte,sondern mich Deiner richtigen Ansicht hierüber vielmehr freue. Ja icherkenne es als ein rühmliches Unternehmen, und wenn icheinige Bedenklichkeit darüber äußerte, so entstand sie blos inBeziehung Deiner Collegen, mit denen Du doch leben mußt.Auch muß ich Dir gestehen, daß selbst diese Besorgniß mehr weg-fiel, als ich dies Buch ganz gelesen hatte." Voni 7. November1815:An dem Wohlwollen und der Achtung, die man Dirin Leipzig und Halle bewiesen hat, haben ich und der Vater vielTheil genommen und wünschen Dir Glück dazu. Wer rechtlichdenkt, wird sich dessen freuen ohne stolz zu werden, ja es wirdihm eher ein Sporn werden immer weiter im Guten vorzudrin-1) 1. Petr. 3, 9. Die Mißbilligung geht wohl auf die Predigt nachder Schlacht bei Leipzig. Siehe: Geschichte von Kottbuß Seite 19V.2) die Freimaurerei, in Bezug auf das Buch: Versuch einer konsequentenBeantwortung der Frage: Ziemt es einem Prediger, Maurer zu werden?von A. K. Z. K.