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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
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zufriedenen Stimmung. Daß doch Gott wollte! daß diese unter-nommene Reise die kranke Seele und den geschwächten Körpermeines Sohnes heilen und stärken möchte. Ich hätte gewünscht,daß mein Sohn früher deshalb einmal an seinen Vater geschrie-ben hätte. Bekümmerniß macht es uns immer, allein wenn dasUebel zunimmt, so wird letztere durch früheres Schweigen nichtgemindert sondern vergrößert. Warum schickt er denn seinenliegengebliebenen Brief an den Vater nicht mit? Ich weiß wohl,daß seine Absicht war uns nicht zu betrüben, weil er, wie erselbst sagt, in einer sehr schwermüthigen Stimmung geschriebenwar. Briefe dieser Art schlagen uns allerdings sehr nieder.Also mißbillige ich dies nicht, aber es war mir nicht lieb, daßer dies alles an mich und nicht an den Vater schrieb. MeinMann sagt darüber nichts, aber ich kann es in seiner Seelefühlen und auch merken, daß es ihm weh thut. Sie werdenmich hier nicht mißverstehen und glauben, mein Mann nimmt esübel, wenn August öfter an mich als an ihn schreibt. Keines-weges. Allein jetzt da August ihn zu sprechen wünscht wegenseiner geschwächten Gesundheit und wegen der Reise, sollte erihm selbst schreiben. Soviel als möglich lassen Sie unsereAugen von der Zukunft als einer vor uns liegenden jähen Tiefewegwenden. Auch auf schmalem beengtem Pfade erreichen vieledas Ziel, und die Gefahr, die über ihren Häuptern schwebte, istvergessen. Ich bin nun 65 Jahr habe in dieser Reihe von Jah-ren manche lehrreiche manche bittere Erfahrung gemacht, abernie hat mich so vielseitiger Kummer ergriffen wie eben jetzt.Daß ich noch lebe daß ich erträglich gesund bin, ist mir einWunder. Freilich trägt die äußere Ruhe und das Vorhalten,wie so eine unzählbare Menge von Menschen sich jetzt in meinerLage sehr glücklich fühlen würden, viel bei die innern Stürmezu mäßigen und nicht nur zu innigem Danke gegen Gott son-dern auch zur Zufriedenheit zu stimmen, welche aus jenemfolgt." Z Aber nicht allein die wankende Gesundheit auch dieimmer erfolgreichere Thätigkeit dieses Sohnes als Prediger undSchriftsteller weckte die liebevolle Theilnahme der Eltern. Sot) Ephes. 5, 20.