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wir keinen, da entsank mir der Muth ganz. Ich konnte dieNacht wenig schlafen. Die Jammerbilder der Verwundeten stan-den immer vor meinen Augen, die uni Hilfe riefen, und warniemand, der sich ihrer erbarmen konnte. Ob es recht sei, daßich hier vor andern etwas vorauszuhaben wünsche, da Tausendedies bittere Schicksal erfahren, frage ich mich manchmal; aberich bin doch seine Mutter. Ich würde mich fassen, fiele er alsOpfer für das Vaterland; aber nur ihn hilflos und elend zudenken, das ist nur zu schmerzlich." Danach läßt sich die Freudeermessen, wenn dann endlich die ersehnte Botschaft einlief; auchihren Ausdruck geben die folgenden Worte der Mutter: „BeideBriefe erhielten wir gestern samt den übrigen guten Nachrichten,so daß ich wie eine Träumende war und nicht wußte, ob ichmeine Freude äußern oder lieber immerfort weinen sollte überall das Gute, was uns Gott wiederfahren läßt." Nichts Eili-geres gab es dann zu thun, als die frohe Kunde nach allenSeiten hin mitzutheilen. Dem verdanken wir noch folgende Nach-richten von den Erlebnissen unseres Freiwilligen, der im Laufedes Feldzuges Oberjäger geworden war. Am 15. Mai kam erin Berlin an, wo er und fünf Cameraden sechs Stunden wartenmußten, bevor sie Quartier bekamen, von welchem sie das Futterfür ihre Pferde 550 Schritt weit zu holen hatten. Nachdem sietäglich den Oberst von Maltzahn mit Bitten angegangen, hofftensie anr 22. Mai, daß man mit ihrem Exerciren beginnen werde.So kam der Waffenstillstand vom 4. Juni heran, während dessener dem zweiten Westpreußischen Dragonerregiment in der Bri-gade des Obersten später General von Oppen und in dem Heer-theile des General von Bülow zugewiesen wurde, welcher für dieVertheidigung Berlins und der Marken bestimmt war. In die-sem focht er ani 23. August bei Großbeeren und am 6. Sep-tember bei Dennewitz, wo er einen polnischen Ulanen entwaffneteund dessen Lanze Tag über als Siegeszeichen führte. Schon vordieser Schlacht hatte er an einem Durchfall gelitten, der späterruhrartig wurde und neben einer beschwerlicheil Quetschung ihnnöthigte, das Regiment auf kurze Zeit zu verlassen. In einemDorfe fand er eine Kammer mit etwas Stroh, welches von Flö-