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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
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Lieben nicht noch ans Leben fesselten. Ueber Dresdens Unglückbin ich untröstlich, und alle das Menschenblut, welches jetzt hin-geschüttet wird, nagt an mir wie ein bohrender Wurm in mor-schem Holze." Vom 26. October:H „Den Jubel in Berlin hätteich mit ansehen mögen. Ich verwirre mich oft recht in Gedan-ken über alles das, was in diesen Tagen geschehen ist, wo mannun fast mit Zuversicht sagen kann: Hier sollen sich legen deinestolzen Wellen. 2) Wenige Tage vorher als ich las, Magdeburgist entsetzt und Berlin in Gefahr, überlief mich ein eiskalterSchauer. Wie hätte ich denn glauben können, daß uns so baldeine so unnennbare Freude bereitet wäre. Nun sind Sie auchgedeckt, wir gewiß auch. Unser Herr Primarius hielt gesternMontag Morgens ein ganz vortreffliches Dankgebet. SonnabendAbend einhalb acht Uhr wurden die Glocken geläutet, währendauf denl Markt die Lieder gesungen wurden: Herr Gott, dichloben wir :c. und: Sei Lob und Ehr deni höchsten Gut w.Das ganze Städtchen war erleuchtet, und zuletzt wurde ein mehr-maliges Lebehoch ausgerufen. Mir hat immer das Herz gepocht.Ich freute mich auch, und meine Seele erhob sich gewiß mitinnigem Danke zu Gott; allein das Geläute schien mir dasGrabgeläute der Gefallenen zu sein und stimmte mich zur innig-sten Wehmuth." Vom selben Tage: „Welche große Dinge Gottan uns gethan hat, werden Sie so gut als wir wissen. Es istein allgemeiner Jubel darüber; doch Viele, unter deren Zahl ichauch gehöre, verstummen vor Erstaunen, freuen sich unendlich,trauern aber auch über die grenzenlose Zahl edler Krieger, diein diesem Streite sielen. Allein es mußte so sein. Ohne großeAufopferung blieb die Sache Deutschlands unentschieden. WohlAllen, die ausgeblutet haben! Erbarmen denen, die hilflos blu-tend noch liegen! Unter welcher Zahl unser guter Fritz seinwird, weiß Gott allein." Vom 7. November:") „Um Fritz habeich jetzt unbeschreibliche Sorge gehabt und ohne tiefen Jammergar nicht an ihn denken können. Als nun den letzten PosttagFrau von Grawert von ihrem Sohne einen Brief erhielt und

1) nach dem großen Siege bei Leipzig am 16. 18. und 19. October.2) Hiob 38, 11- 3) also neunzehn Tage nach der Schlacht.