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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
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Aus einer Sammlung von Briefen der Stammeltern vornehmlichder Mutter an ihre Kinder zu Cottbus jetzt im Besitze ihrerEnkelin Agnes Preuß gb. Kahler, die bisher schon vielfachbenutzt ist, tritt uns ein lebenvolles Bild davon in bunter Man-nichfaltigkeit entgegen. Ende Februars kamen die ersten Frei-willigen und Recruten auf dem Wege nach Schlesien durch Som-merfeld und wurden, wie es hieß, noch 6000 erwartet. „Diejungen Leute strömen recht herzu, sind meistentheils wohl gebil-dete und gewachsene junge Leute und die mehresten schon bewaff-net. Ach es thut einem doch weh, wenn man diesen jungenAnwuchs so fröhlich zur Schlachtbank hinziehen sieht, wo vielleichtdie meisten verkrüppelt wieder kommen." Gleichzeitig wurde dieAnkunft der Russen vor Berlin bekannt und das Schicksal Lübecksvon 1806 für jene Stadt befürchtet. Vom 30. März 1813:„Ich wäre bereit recht viel zu geben, wenn ich es hätte, undwollte viel entbehren aus Eifer für die gute Sache und ausLiebe zu meinem Könige." Vom 6. April als der Abmarsch desSohnes feststand: „Unsern Fritz im 30. Jahre fürs Vaterlandopfern zu müssen fühlt der Vater gewiß mit gleichem Schmerzewie ich immer mehr, so sehr er es vor mir zu unterdrücken sucht.Dasselbe thue ich auch, und so nehmen wir jetzt die Maske derHeuchelei an, indem unser Herz blutet. Dennoch hoffe ich mitGott unter diesem Schmerz nicht zu erliegen. Segnet Gott nurdie Waffen der Verbündeten, die für die Freiheit kämpfen, sowerde ich mich mit der Menge von Tausenden freuen, solltemich auch das härteste Loos treffen, meinen mit Schmerzengeborenen und erzogenen heißgeliebten Sohn unter den Gefalle-nen zu wissen. Wenn es Fritz Trost und mehr Kraft

gewährt für seine neue Laufbahn, seine geliebten Eltern (diessind wir doch) vorher noch einmal zu sehen und zu sprechen, sokomme er in Gottes Namen. Ich werde mich fassen, ich willmich zu fassen bemühen, so lange ich ihn im Gesicht behalte;allein dann steht mir eine schwere Stunde bevor. Ich sageStunde, dies Null so viel heißen, dann muß ich mir wiederGewalt anthun um mich dem Scheine nach vor meinen Haus-

1) L. VII.