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er lebte noch, vielmehr erkenne ich ihn als Wohlthat für ihnund Alle. Die Lasten, die in Hinsicht der Versorgung seinerFrau und Kinder auf uns fallen, wurden durch sein längeresLeben nicht vermindert, sie wurden vermehrt. Aber als Mutter,wo mich Liebe, je unglücklicher er war, desto mehr mit Theil-nahme zu ihm hinzog, hat es mir unaussprechlich weh gethan."Am 3. Mai: „ Die Kinder in Spremberg sind alle krank gewesen,wie meine Tochter schreibt, besonders Carl. Sie ist doch sehrniedergedrückt und niuß es wohl sein. Sie bittet um nichts,aber es läßt sich fühlen, es läßt sich auch denken." Tages daraus:„Ueberhaupt war ihr Standpunct immer sehr schwer, und esgehört schon viel Klugheit und Gewandtheit dazu um dann nichtzu erkalten und sich immer so zu nehmen, wie man soll." AmGeburtstage, den 10. August 1813: „In diesen Tagen erhieltich einen Brief von der Spr. Tochter, wo sie unter andernsagt: „Es giebt Abschnitte im menschlichen Leben, wo unsdie Vergangenheit mehr als gewöhnlich vor Augen tritt,und so wird auch bei Ihnen der Rückblick in das vergangeneJahr manchen Schmerz erneuern — und dann denken Sie, daßIhre Tochter zu S. heiße Thränen mit Ihnen weint."Wohl hat sie Recht die gute Seele. Ich stehe heute an einemScheidepunct, wo manche Rückerinnerung der Vergangenheit michtief betrübt, zumtheil noch in den zu fürchtenden Folgenbetrübt. Ich fand mich darüber besonders am gestrigen Abendin tiefes Nachdenken und stille Trauer versunken; allein heutefühle ich mich wie von neuem gestärkt, und es treten so vieleunerkannte Wohlthaten vor meine Seele und in die Reihe derNückerinnerungen vergangener Jahre, daß ich wohl ausrufenkann: Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit, die der Herran mir thut." Dem in allen diesen Aeußerungen kundgegebenenSinne entspricht denn auch die kräftige und nachhaltige Hilfedes Vaters, der sogleich eine monatliche Geldunterstützung gewährt,und die treue unermüdliche Fürsorge der Mutter für Schwieger-tochter und Enkelkinder bis an den Tod. Sorgfältig wählt siedie Stunde um den mit Geschäften und Sorgen überhäuftenVater für ihre Wünsche zu Gunsten derselben zu gewinnen, und