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2 (1869) Altvordern und Stammeltern
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Koppenhagen, wo er bei dem ältesten Brnder seiner Mutterdie freundlichste Aufnahme fand von Schall Unterricht im Violin-spiel empfing und unter Kunzens Leitung die Kompositionstudirte. Nachdem er zwei Jahr dort verweilt hatte, erhielt er baldnach seiner Heimkehr seine erste Anstellung als Musikdirector beideni Grafen zu Dohna in Malmitz unfern Sprottan. Gleich seinenälteren Brüdern trat auch er frühzeitig in den Ehestand mit JulianeTochter des Superintendenten Weinhold in Malmitz, die er am3. September 1805 heirathete. Zu Ostern 1800 hatte endlich auchder fünfte und jüngste Sohn Fritz im 17. Lebensjahre das Eltern-haus verlassen, um ein Gymnasium in Berlin zu besuchen, vonwo er 1802 die Universität zu Frankfurt a. O. bezog und dieRechte studirte. Wie tief die Mutter das Scheiden ihrer Kinderund die Einsamkeit ihres Hauses seitdem empfand, davon zeugteine Aeußerung in Bezug auf das Weihnachtfest: „Seit alle meineKinder aus dem Hause sind, bemächtigt sich meiner diesen Abendimmer eine gewisse Wehmuth. Wie doch der Mensch so sinnlichist und die Hauptsache über Nebendinge so aus den Augen setzenkann."

Die voranstehende Erzählung hat gezeigt, wie die vier älterenSöhne zu den Verwandten ihrer Mutter in nahe Beziehunggekommen sind: August, Adolf und Moritz zu ihrer Tante Con-radi, welche dasselbe Haus wie ihr Großvater die Superinten-dentur in Sorau bewohnte; Carl und August zu ihren OheimenAugust Wendt in Dresden und Friedrich Wendt in Erlangen;endlich Moritz zu seinem Oheim Carl Wendt in Koppenhagen.Der jüngste Sohn Fritz ist doch unzweifelhaft auch besuchsweisebei der Tante Conradi in. Sorau gewesen, welches nur etwasüber zwei Meilen von Sommerfeld entfernt liegt, und hat außer-dem gewiß die Mittheilungen seiner heimkehrenden Brüder beson-ders aber seiner Mutter begierig aufgenommen. Diese hielt sehrviel später noch einem ihrer Söhne das Beispiel seines Groß-vaters vor, indem sie ihm schrieb: „Meinem Vater fehlte es anLebendigkeit und Feuer keinesweges; er sprach mit vielem Nach-drucke, ja er trat wohl manchmal, wenn er etwas für Unrecht

1) 55 5 VN 2. siehe auch oben Seite 131 ff.