Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
375
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und Wolfranitz zu seinem Unterhalte, letzteres Gut kruft ciueöVertrages vom Jahre 1647 frei eigcnthümlich.

Aber Fürst Ferdinand gedachte nicht sich in so jungenJahren mit der ruhigen Verwaltung einer Herrschaft zu be-gnügen, Von den Reisen zurückgekehrt, nahm er noch in denletzten Jahren des dreißigjährigen Krieges kaiserliche Dienste undtrat als Hauptmann in daö Hnnoldischc Regiment. Mit dem-selben fand er noch zahlreiche Gelegenheit sich an den Kricgs-actionen zu bethcitigcn. Bei der großen Schlacht von Jcnkau(1645) scheint sein Regiment nicht gewesen zu sein, viel-mehr zu der Armee gehört zu haben, welche Gallas nach demVerlust jener Schlacht sammelte und zum Thcil ans Ungarnherbeizog. Diesen Truppen war die Verteidigung der Donauzugesallen, als die siegreichen Schweden von Böhmen in Niedcr-Ocsterreich einbrachen und den Angriff auf Wien versuchten.So nahm Fürst Ferdinand an dem Sturm auf die Wolfsschanzegegenüber der Brigittcnau Theil und erhielt wegen seiner Tapfer-keit das besondere Lob des Grafen Gallas. Darnach war er beider Wiedereroberung der Städte Krems und Korneubnrg durchden General Buchheim im Frühling 1646, und wurde, als dieSchweden bereits ans dem Rückmärsche waren, gegen Nikolsburggesendet, das sich noch in ihren Händen befand. Er nahm denfesten Platz ein und machte einen Thcil der Besatzung zu Ge-fangenen. Unter dem General Des Souchcs, welcher Brünn solange Zeit gegen Torstcnson siegreich vcrtheidigt hatte, half erdann die Ortschaften und Schlösser in Oesterreich und Mähren,Ravensburg, Falkenstcin, Staatz, Maidberg (die Maidenburg)u. s. w., von den Schweden befreien. Auch nahm er an derBelagerung von Jglau Theil, welche Stadt sich wie Olmtttz imBesitz der Schweden behauptete. Fürst Ferdinand fand aber Ge-legenheit, sich dabei so auszuzeichnen, daß er vom Fürsten Picco-lomini bei dem Kaiser besonders gelobt wurde und die Ernen-nung zum Obersten erhielt mit der Anwartschaft ans das ersteerledigte Regiment.