— 346 —
75,060 Guldcn zurückgezahlt wurde. Das war alles, wnS ererreiche» konnte").
Um die Herrschaft Vaduz war schon gleichzeitig mit Schel-lcnbcrg verhandelt worden. Die Verhandlungen wurden nachder Erwerbung der kleinere» Herrschaft fortgesetzt, da diese nichtsofort zu dem ersehnten Ziele führte, nämlich zu Sitz undStimme auf dem Reichstag. Schon im Jahre 1700 hatte derFürst Hans Adain für die Grafschaft Vaduz alles in allem290,000 Gulden geboten, wiederum eine den wahren Werthübersteigende Summe, da das Erträgniß, welches vorzugsweiseaus dem Wein kam, in guten Jahren höchstens 7000 Gnldenerreichte, gewöhnlich aber kanm 4000 betrug. Die FamilieHohenems aber hatte bei der damaligen Schuldenlast gar nichtsvon beiden Herrschaften, Dennoch, obwohl mit dem Kanfsthillingalle Schulden gezahlt, die übrigen Besitzungen befreit werdenkonnten und noch ein guter Rest zu anderen Erwerbungen übriggeblieben wäre, kam der Verkauf damals nicht zu Stande, jaalle Verhandlungen scheinen eine Weile geruht zu haben, wäh-rcnddeß der Fürst Hans Adam auf andere Weise, wenigstensthcilwcisc zum Ziele kam. Allein die schlechte Lage der Hohen-emscr war durch den Verkauf von Schellenberg nicht beseitigtworden. Das Angebot des Fürsten bot zu viele Vortheile dar;ein besseres war nicht zu erhalten, schwerlich jemals ein gleiches.So wurden nach zehnjähriger Unterbrechung die Verhandlungenwieder aufgenommen und der Kaufvertrag endlich am 22. Fe-bruar 1712 im Schlosse zu Hohenems abgeschlossen und unter-zeichnet, Vertreter des Fürsten war Karl Schelenberger, fürstlicherRath und Anwalt; Jakob Hannibal Graf von Hohenems unter-zeichnet wieder für sich und seine Erben und im Namen desganzen Hauses. Die kaiserliche Bestätigung trägt das Datumvom 7. März desselben Jahres. Der Kaufpreis war der schonfrüher angebotene von 290.000 Guldcn, so daß beide Herrschaften
9 Liechtenst. Archiv in Wien II. /X29; Archiv in Butschovitz 3105.