Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
336
Einzelbild herunterladen
 

336

der Fürst Hans Adain nicht mit dem, was er erkauft hatte.Das Haus scheint ahne Bedeutung gewesen zu sein uud derGarten nach den Angaben van 1655 zu schließen nochziemlich holländischen Charakter gehabt zu haben. Wohl um dasAreal zu vergrößern, kaufte er 1697 vom Grafen MaximilianGuidobald von Mnrtinitz de» ganz in der Nähe des seinigengelegenenöden Garten" nebst einigen Aeckern Es war aberdem Fürsten nicht allein um einen stattlichen Bau oder umeine großartige Anlage zu thnn. Er pflegte zu sagen, so heißtes, weil ihm die göttliche Güte große Mittel bescheret, so wendeer jährlich 30.666 Gulden für Almosen ans, aber nicht fürmüssigc Bettler, die aus Müssiggang Profession machen, sondernfür bedürftige Taglöhncr und Maurer. Er baue nicht aus Ehr-geiz, indem er ohnedies mit genügsamen Wohnungen versehen,sondern wegen der Armen, die gern arbeiten, doch nicht allzeitArbeit finden, habe er ein so kostbares Gcbäu über sich ge-nommen^).

Schon im Jahre 1696 war Fürst Hans Adam mit demPlane dieses Gartens und Palastes beschäftigt. Durch Vermitt-lung des damaligen kaiserlichen Gesandten in Rom, GrafenMartinitz, ließ er sich vom Architekten Carlo Fontana in Romeinen Plan für den Palast anfertigen, welchen er im genanntenJahre zugesendet erhielt. Der Plan, welcher sich mit der Er-läuterung noch auf der Liechtensteinischen Bibliothek befindet,scheint nicht den Beifall des Fürsten gefunden zu haben, wenig-stens nahm er ihn nicht zur Ausführung an. Er adoptirte viel-mehr den Entwurf des Abbate und Baumeisters Dominik Mar-tinelli, welche sich gegenüber dem von Fontana durch einfacheGröße und Klarheit auszeichnet. Der Plan Fontana's hat einenHof, aus welchem sich ein Nuudgebäude mit dem Hauptsaalerhebt, um in thurmartiger Höhe mit einer Kuppel den ganzen

') Lüchtens!. Archiv Reg. Fol. 230.9 Fuhrmann, Wien I. 204.