Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

wurde, hatte wenigstens den Erfolg, daß die Bank schau imersten Jahre dem Staate mit einer Summe van drei MilliancnThaler adcr viereinhalb Milliancn Gulden zu Hülfe kämmenkonnte, und dazu auch die Interessen der eingelegten Summenmit fünf Pcrcent richtig verzinste. Hierdurch waren Wahl ins-besondere die großen Erfolge des Jahres 1705 ermöglicht worden.Allein die Grundlage, an der man fortwährend zn ändern trach-tele, scheint doch so sehr eine verkehrte gewesen zn sein, daß dieBank im Publikum nicht die Stellung gewann, die sie hätteeinnehmen sollen. Schon 1704 trat der Graf Traun aus, weilseine Stellung als Landmarschall Verwicklungen mit dem Landebefürchten ließ. An seine Stelle kam der Herzog Franz vonMales. Dieser blieb mit dem Fürsten Liechtenstein bis zum Octo-bcr 1705, in welchem Atonale beide zusammen resignirten. Da-mals war es schon im Plane, die Bank auf eine ganz andereGrundlage zu stellen, sie unabhängig vom Hofe und der Hof-kammcr zu machen und sie ganz der Verwaltung und der Ver-antwortung der Stadt Wien zn überlassen. Dies geschah, undso wurde ans der kaiserlichen Bank die Wiener Stadtbank. DerFürst Hans Adam machte diesen Ucbergang nicht mehr mit >).

Eine dritte kaiserliche Berufung, welche der Fürst HansAdam erhielt, war mehr politischer Art. Die ungarischen Wirrenzn beendigen, hatte der Kaiser Joseph gegen Ende des Jahres1707 einen ungarischen Landtag nach Preßburg ausgeschrieben,welcher von der treuen Partei angenommen und beschickt, vonden Rebellen aber verworfen wurde. Zu diesem Reichstag wurdeFürst Hans Adam mit dem Grafen Otto von Traun, mitwelchem er die Bank geleitet hatte, als kaiserlicher Commissärgesendet. Am 2. April wurden sie in Prcßbnrg von den treugebliebenen Magnaten unter Führung des Bischofs von Waizen,eines Grafen Esterhazy, feierlich empfangen. Zwei Tage darnach

') Biderinann, die Wiener Stadtbank, Archiv für Kunde österr.Geschichtdquellcn XX. N4t ff.