Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
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Residenz Fcldsbcrg baute er völlig neu. Sic wurde im Jahre1671 eingeweiht >).

Dieser streng katholischen und religiösen Richtung unge-achtet hatte Fürst Karl Eusebius namentlich in den letztenJahren seines Lebens eine große Vorliebe für alchhmistischeUntersuchungen, wie sie damals im Schwange waren. Er mochteAnfangs nm der Emporbringnng seiner Bergwerke willen aufdiese Studien und mit den Adepten in Verbindung gekommensei», denn vielfach handelt es sich in der That in der sehr aus-gedehnten Correspondenz, die noch vorhanden ist, nm chemischeAnalysen, um Anlage von Glashütten, um Aufstellung hydrau-lischer Maschinen zur Ausbeutung von Goldmiueu, die sichz. B. in Feldsberg befinden sollten, mitunter auch um medi-cinische Heilmittel, so bei der Erkrankung seiner Gemahlin undseines Sohnes, des Fürsten Haus Adam. Allein sodann gingendie Untersuchungen weiter, und es war in der That mit ausGoldmacherei, sowie auf den Stein der Weisen abgesehen. Re-cepte aller Art wurden dein Fürsten eingesendet und in Felds-berg selbst wurde von Alchymisten gearbeitet. Abenteurer allerLänder kamen dazu herbei oder setzten sich mit dem Fürsten inCorrespondenz und kosteten ihm große Summen. Einer derletzten war ein Freiherr von Schellcnberg, der als Adept undOberst zugleich angestellt wurde und neben seiner Aufgabe Goldzu machen, auch Feldsberg befestigen sollte. Nach dem Todedes Fürsten Karl Eusebius wurde er aber 1684 vom FürstenHans Adam, der Anfangs von seinem Vater mit in diesePassion hineingezogen erscheint, wieder entlassen ^).

Der Eifer, mit welchem Fürst Karl Eusebius auf dieseAfterwisscnschaft und sozusagen auf die Modethorheit seiner Zeiteinging, ist um so auffallender, als er sonst in allen praktischen

>) Liechtenst. Archiv 1l7.

2) Die Correspondenz über die alchymistischen Bestrebungen befindetsich im Schlosse Butschovitz.