— 304 —
Karl Eusebius wurde um 11. April 1611 geboren, waralso bei dem Tode seines Vaters des Fürsten Kurl (1627)noch minorenn. Obwohl er vom Kaiser für majorenn erklärtwurde >), kam doch der ganze Besitzstand, die sämmtlichcn Für-stcnthümer und Herrschaften, noch für einige Jahre unter dieVerwaltung seines Oheims und Vormundes des Fürsten Maxi-milian. Denn Karl Eusebius selbst wollte noch erst die Weltsehen und begab sich im Jahre 1636 zusammen mit seinemVetter Hartmann, Gundackers Sohn, auf die große Länderreise,die damals einem jungen Cavalier zu seiner Ausbildung noth-wendig war, und erst als er von derselben zurückgekehrt war,1632, übernahm er die Regierung in eigene Hände. Bis dahinwar auch die Lehenshuldigung durch den Kaiser von Jahr zuJahr aufgeschoben worden.
Was in der Zeit seiner Abwesenheit mit den HerzogthümernTroppau und Jägcrndorf geschehen, ist bereits in den Mitthei-lungen über den Fürsten Maximilian erzählt worden. Als KarlEusebius die Regierung antrat, war die gewaltsame Katholi-sirung des Landes bereits so ziemlich durchgeführt, was nochfehlte, übernahm er seinerseits zu thun. Er versprach, alle katho-lischen Unterthanen als seine Kinder in allen ihren Rechten,Vorrechten und Freiheiten zu schützen, die Protestanten hingegenerklärte er jedes bürgerlichen Rechtes verlustig, gestattete ihnenaber, mit ihrem Vermögen auszuwandern, was auch vielfachgeschah 'H.
Die Zeiten hatten sich so geändert, daß die Huldigungseitens aller Stände bei ihm auf keinen Widerstand mehr stieß.
gegeben habe. (M. E. v. Häckclberg, Isats, Iüsvbtsnstsinii>.na 1725.Mamiscr. aus der Liechtensteinischen Bibliothek.) Das Bild, das wahr-scheinlich das Werk eines anderen Künstlers war und später umgetauftworden, ist nicht mehr in der Gallerie, es sei denn der h. Hieronymus,der jetzt Guido Rem zugeschrieben ist.
>) Liechtenst. Archiv X. 9V.
2) Ens, Oppäland I. 133. Weiteres bei Biermann a. a. O. 549 ff.