bereits 1625 jung und unverinählt uns dem Leben, so daß Eli-sabeth Lucrezia, welche den Fürsten Gundackcr gehcirathet hatte,als die letzte und einzige Angehörige des Piastischen Hauses zuTesche» übrig blieb. Die Ansprüche — ihr Bruder hatte sie aus-drücklich zur Erbin eingesetzt —, welche sie für sich und ihreKinder erhob, wurden aber nicht beachtet, Sie erhielt wohl dieEinkünfte aus dem Herzogthum, wohnte auch dort zu Zeiten mitihren Kindern, allein das Land selbst wurde, ungeachtet derProteste der verwandten Häuser von Liegnitz und Brieg, vonKaiser Ferdinand II. als -Lehen der böhmischen Krone eingezogenund nach dem Tode der Fürstin Elisabeth Lucrezia ungeachtetder Bemühungen ihres Sohnes, von denen später die Rede seinwird, der Kammer incorporirt'). Sie starb am 19. Mai 1653.
Für die letzten Jahre seines Lebens zog sich Fürst Gun-dackcr fast von allen Geschäften zurück. Die Verwaltung derererbten Liechtensteinischen Herrschaften übergab er schon 1641seinem Sohne Hartmaun. 1647 übergab er auch Krummausammt Wolsranitz an seinen anderen Sohn Ferdinand, letzteresals freies Eigen zur Abstattung gewisser Legate. 1651 machteer eine fromme Stiftung von l 0.000 sl. Von den Interessensollten die Paulancr in Wranau jährlich 200 sl. für Messenerhalten; die übrigen 400 sollten unter die armen Leute aufden vier Herrschaften Ravensburg, Ostrau, Wilfersdorf undSteinitz vertheilt werden. Zu Wilfersdorf, seiner Residenz, starber am 5. August 1658 im 78. Jahre seines Alters und wurdeauch daselbst begraben. Er hatte zahlreiche Kinder von beidenFrauen, die aber zum Theil schon vor ihm starben. Aus derersten Ehe entstammten Juliana, Elisabeth, Maximilian«, Cäsar,Johanna, Hartmann, welcher der Stammhalter des Hauseswerden sollte, und Anna; aus der zweiten Ehe Marianna, Fer-dinand Johann und Albert.
') Lucae, Schlesiens Denkw. I. 683. 742.