Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
147
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Kaiser Ferdinands II,, in Angelegenheit ihrer Tochter MariaChristina, die ans Wunsch Kaiser RndolfS Sigismund Bathoryvon Siebenbürgen gchcirathet hatte und, nachdem ihr die Ver-sprechungen nicht gehalten waren, in Roth und Schulden ge-rathcn war. „So hat unö für gut angeschen", heißt es imAnfang des Briefes, „solch unser Obliegen Euch als höchst-gcdnchter Ihrer kaiserlichen Majestät und tücbden GeheimenRath, die Ihr nit allein bei derselben vor andern den freienZugang habt, sondern auch von Ihm in dem, was Ihr für-bringct, mit willigster Audienz gnädigst vernommen werdet, dem-jenigen großen Vertrauen nach, das ich und genannter geliebterSohn (Ferdinand) zu euch tragen und haben, der Länge nach,doch anfs kürzeste es sein können, zu entdecken, des Versehens,Ihr werdet uns damit so zwar willfahren, als wir es hin-wieder gegen euch in allen Gnaden zu erkennen nit unterlassenwollen". — Trotz solchen Vertrauens, dessen sich Karl demnachbei dem Kaiser erfreuen mußte, findet sich doch nichts von per-sönlichen Gunstbezeugungen aus dieser Zeit, wenn nicht dahinzu rechnen ist, daß er und seine Brüder „wegen ihrer vortreff-lichen Eigenschaften und treu geleisteten Dienste" im Jahre 1603(oder schon 1602) das Jndigenat von Ungarn durch den Kaisererhielten >).

Karl von Liechtenstein blieb in seiner Stelle als Gehcim-rath am Hofe zu Prag bis zum Jahre 1604. Bis dahin hattensich die Angelegenheiten des Landes Mähren in außerordentlicherWeise verändert. Die Partei der katholischen Restauration warvöllig zum Siege gekommen, alle Landesämtcr in den Händenvon Katholiken, dadurch der Einfluß des Hofes außerordentlichgewachsen. Gleichzeitig seufzte aber auch das Land unter denFolgen und Leiden des schlecht geführten Türkentricges, unterden Ausschweifungen der durchziehenden und im Lande weilendenkaiserlichen Regimenter, unter den räuberischen und barbarischen

>) Archiv des Finanznunist.

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