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abratheu zu müssen, du mit dieser Stelle die Residenz in Pragund viel Aufwand verbunden sei, womit eine Anspielung aufdie zahlreichen Schulden des Cardinals gemeint sein sollte. Diegeheimen Räthc glaubten für die Protektorswürdc vielmehr dieCnndidntur des Cardinals Pnravieino, der dem Kaiser großeDienste geleistet hatte, unterstützen zu müssen. So vermochteDietrichstein seine Wünsche nicht durchzusetzen; er schob die Haupt-schuld Karl von Liechtenstein zu >).
Im Ucbrigen ist wenig bekannt, welche Stellung und Be-deutung Karl am Hofe Rudolfs einnahm, noch was sein persön-liches Verhältnis; zn dem Kaiser betrifft. Sicherlich hatte aucher unter den Seltsamkeiten des Kaisers zu leiden, unter seinemMißtrauen, seiner Menschenscheu und Abgeschlossenheit, wie esdenn auch gelegentlich heißt, daß zuweilen Monate vergingen,während welcher er den Kaiser nicht zu sehen bekam 2). Den-noch kann sei» Einfluß, seine Bedeutung bei Hose nicht geringgewesen sein. Im Liechtensteinischen Archiv in Butschowitz habensich zahlreiche Briefe an ihn aus dieser Zeit erhalten; sie alleenthalten für ihn persönlich sehr wenig oder gar nichts Inter-essantes, aber sie zeigen doch, daß man sich von allen Seiten inden verschiedensten, fast durchgängig privaten Angelegenheiten anihn wandte, in denen man von seiner Fürsprache bei dem KaiserErfolg erwartete. Die Briefe sind zum großen Theil von sämmt-lichen Erzherzoge» jener Zeit geschrieben, von deutschen Kur-fürsten und manchen anderen bedeutenden Persönlichkeiten. Dieeinen empfehlen Personen in ihren Angelegenheiten oder zurAnstellung, wie z. B. der Kurfürst von Köln den GeneralSpinola und den Grafen Bclgiojoso, nachherigen Commandiren-deu in Ungarn, empfiehlt, andere enthalten eigene Wünsche undBegehren. Einer der interessantesten darunter (dntirt Graz,18. October 1601) ist von der Erzherzogin Marin, der Mutter
') Chlumetzky, a. a. O. 247 ff.2) Eb., a. a. O. 307 Anm.