Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
137
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erfüllen werde. Hieraus ist wohl auf eine frühere Vermählungzu schließen.

Bei einer Theilung der Güter unter die beiden Schwesternkamen ans Anna, und also an Karl van Liechtenstein, die Herr-schaften Czernahora und Anssee, auf Katharina Butschovitz undPosaritz. Es scheint aber, als ob die Besitzergreifung nicht ganzohne Schwierigkeit vor sich gegangen sei, und daß von andererSeite daranf Ansprüche erhoben worden, Wenzel Schernbergnämlich, des letzten Johann Vater, scheint den Ausgang seinesHauses vorausgesehen und dcßhalb seine Güter dem Minoritcu-kloster zu St. Johann in Brünn vermacht zu habe», oder eswurde das wenigstens von dem Kloster behauptet. Johann, derSohn hier spielt schon die Sage herein soll in Sorgefür seine Töchter daS zu vereiteln gesucht haben; er ging indas genannte Kloster, ließ sich unter dem Vorwande, die Sachevollends in Richtigkeit zu bringen, die Urkunden geben und warfsie ins Kaminfeucr. So lautet die Sage oder Erzählung, welchenoch hinzufügt, daß Herr Schembera für diese Thal mit beson-deren Höllenstrafen belegt worden, daß ihn der Teufel durcheine Höhle, das sogenannte Schemberaloch, entführt habe, unddaß er noch verurtheilt worden, allnächtlich in Gestalt einesschwarzen feuersprühenden Rosses sein ehemaliges Haus in Brünnzu verlassen. Die Sage tritt hier wie so oft an den Ausgangeines berühmten Hauses.

Was an Thatsächlichem der Erzählung zu Grunde liegt,ist unbekannt; auch weiß man urkundlich nichts von einemProzesse, den das Kloster gegen Herrn Schembera angestrengthaben, und in welchem es, weil das Gericht akatholisch war,abgewiesen sein soll. Richtig ist nur, daß die Boscovitz ihreFamiliengruft in der Kirche hatten; übrigens waren sie zur Zeitihres Ausgangs nicht katholisch und die beiden Erbtöchter Annaund Katharina traten erst nach ihrer Verheirathuug zum katho-lischen Glauben über. Nur das ist höchst auffallend, daß vierWochen nach dem Tode des letzten Johann Schembera, am