Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
115
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schickte dieser seinen Mcdicus mit zwei anderen Leuten zn Wasserdein Gesandten entgegen; sie trafen ihn Nachts in Silibria. InSilibria theiltc sich am folgenden Tage der Zug, indem derGesandte mit dem Medicns und einigen anderen Herren sichans ein Schiff begab, die Ucbrigcn aber an der Küste entlangzagen, bis Abends Ponte Piccolo erreicht wurde. Auf der letztenFahrt ban hier bis Constnntinapct am 19. Octobcr trafzunächst der Orator ein zur Begrüßung, und bald sah manauch eine Schaar Türken halten, die zum Empfange geschicktwaren. Es war in Person der Pascha der Tzauschen sammt demVrumbcg und einem vornehmen Dragoman mit etwa vierzigreich gekleideten Tzauschen oder vornehmen Hofdienern, alles znPferde. Diese ritten nun dem Zuge der Gesandtschaft vor, ebensoder Orator mit einigen seiner Pferde, und so wurde der Ge-sandte in die Stadt Constantinopel geleitet. Nach fast zwei-monatlicher Reise war das Ziel erreicht.

Hiermit endet leider die Reisebeschreibung Melchior Besolts.Er erzählt nichts weiter von dem Empfange bei dem Sultan,noch von dem Aufenthalt in Constantinopel und was sich dabeiereignete. Das Wenige, was bisher davon bekannt war, undbesonders das traurige Ende dieser Fahrt, berichtet Hans Löwen-klau, der, wie oben mitgetheilt, ebenfalls ein Theilnehmer dieserReise war, an einer anderen Stelle seiner türkischen Chronika ^).Seine Mittheilungen lassen sich aus einigen Briefen des Liechten-steinischen Archivs ergänzen.

Nicht lange nach Ueberreichung der Geschenke verfiel Hein-rich in eine langwierige Krankheit. Sein junger Bruder GeorgHartmann hatte Wien schon krank verlassen. Heinrich schreibtüber ihn in einem Briefe an Hartmann von Liechtenstein am5. December von Constantinopel aus:Mein Bruder JorgHartmann hat die Reise herein und die Zeit über, so wir hiersein, wenig gesunder Stunden gehabt, und ist dermaßen abgezehrt,

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