ungarischen oder türkischen Meute an den Gesandten erwiederte;dieser legte sie sogleich nn, indem er die scinige abnehmen ließ.Während der Pascha sich dann zurückzog, wurden dem Gesandtennoch allerlei Schellente und Gaukler vorgeführt, die ihn auchbis zum Schiffe begleiteten. Einige davon trugen rothe Fahnenund hatten die Stangen davon in den Leib unter die auf-geschnittene Haut gestoßen; andere hatten sich in gleicher Weiseden Säbel durch die Haut gestoßen und trugen ihn wie hintereinem Gürtel; ein anderer hatte es ebenso mit einer Flinte ge-macht; andere hatten Federn in der Kopfhaut stecken oder siehatten lange Schwerter durch die Schläfen gestoßen. MitSchwämmen das fließende Blut abwischend, tanzten sie so vordem Gesandten, bis sie am Schiffe mit einer Belohnung abge-fertigt wurden "). Gegen Abend kamen noch andere Gaukler undRinger. Am nächsten Tage wurde die Stadt besichtigt, undgegen Nachmittag holten Schiffe des Pascha, der ein gebornerFlorentiner oder Mailänder war, den Gesandten zu demselbenund beide hatten eine mehrstündige Unterredung. Gegen Abendmachten die Türken ein Schießen und Feuerwerk auf der Donau.Die Abreise von Ofen sollte am Sonntag stattfinden, doch wurdesie durch Sturm verzögert. Zum Abschiede schenkte der Paschadem Gesandten einen gefangenen Christen, der aus Leipzig ge-bürtig war.
Am 10. September verließ Heinrich von Liechtenstein Ofenmit der ganzen Masse seines Gefolges. Man hatte erwartet,daß der Pascha sie nicht alle weiterziehen lassen werde, weilbisher bei keiner Gesandtschaft so viele Personen gewesen: siedurften aber alle die weitere Fahrt mitmachen. Die Gesandt-schaft befand sich ans fünf Schiffen und erhielt von sechs tür-kischen das Geleite, desgleichen von einem Beg, der auch fernerbei ihnen blieb, und anderen Standespersonen, sowie von drei
') Im genannten Werke zu S. 1t 8 findet sich eine Abbildungdieser Scene.