Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

— 56 —

1558 um Prinzendorf, welches der Kaiser ihnen aufs Nene inGnaden verleihen möge, da sie es schon vorher besessen hätten.Der Kaiser willigte auch in dieses Gesuch unter dem 29. Februar1560, und es wurde am 26. März desselben Jahres der Re-gierung aufgetragen, über das Amtslchen Prinzendorf den Lehens-brief in Sr. Majestät Namen auszufertigen und den Herrenvon Liechtenstein zuzustellen'). Ferner bat Georg für sich undseine Brüder am 30. October 1559, daß ihnen die Summevon 4500 Gnlden, welche der Kaiser noch ihrem seligen Vaterschulde, mit den Zinsen ausgezahlt werde, oder daß ihnen fürdie ganze Summe von 16.200 Gulden, welche sie zu fordernhätten, die Schaumbnrgischen Lehen verliehen würden. DiesesGesuch wiederholten sie am 4. März 1560. Sie beriefen sichhierbei ans ihre Abstammung von Genovefa von Schaumbnrg,ihrer Großmutter. Die Familie der Grafen von Schaumburgnämlich war 1559 mit Wolfgang II. ausgestorben; Nachkommenweiblicherseits waren nur da von einer Schwester dieses Wolf-gang, Anna, Tochter Georgs, welche mit Erasmus von Starhem-berg vermählt gewesen, und von Genovefa, Schwester Georgsund Tochter Ulrichs III., welche, wie oben bemerkt, Wolfgang I.von Liechtenstein geheirathet hatte. Ansprüche an »das Schaum-burgische Erbe hatten also einerseits die Starhemberge, anderer-seits die Nachkommen Wolfgangs I. und der Genovefa, nämlichihre Enkel Georg VII., Wolfgang II. und deren Geschwister, znerheben. Die letzteren machten also ihre Ansprüche. Es wurdeihnen aber (23. December 1560) vom Kaiser nichts weiter be-willigt als die Auszahlung der anerkannten Schuld von 4500 Gul-den, welche in der Weise erfolgen sollte, daß ihnen von Endedes Jahres 1560 angefangen jedes Jahr tausend Gulden aus-gezahlt werden sollten. In Bezug auf diese Schuld finden sichnoch einige Nachrichten aus dem folgenden Jahre, die Bitte derBrüder von Liechtenstein aber, sie im Besitze der Schaumbnrgischen

si Archiv des Finanzminist.