— 41 —
Vettcr Hartmann, andererseits über verschiedene Streitigkeitenabschlössen, die noch aus der ersten Erbeinigung von 1504 ihrenUrsprung herleiteten. Es wurden darin streitige Punkte über denZehnt und das Bergrecht zu Poisdors und Herren-Baumgartenausgeglichen, über Acckcr zu Hauöbrunn, über Wiesen und Holz-geld zu Palderndorf, über das nicht gcthciltc Gut Reinthal undverschiedenes Andere ').
In den politischen Angelegenheiten des Landes oder inkriegerischen Begebenheiten findet sich von Wolfgang keine Er-wähnung 2). Auch wissen wir nicht die genaue Zeit seines Todes.Die letzte Nachricht ist die des Tauschvertragcs mit den Schottenim Jahre 1520; wahrscheinlich starb er in eben diesem Jahre,denn aus demselben datirt ein Vertrag zwischen Leonhard undseinem Neffen Johann, Wolsgangs Sohn, wonach er diesesseines Neffen Güter drei Jahre in Verwaltung übernahm^).Johann war also bei dem Tode seines Vaters noch unmündig.Damit stimmt genau, daß er im Jahre 1524 selbstständig, zu-gleich mit seinem Onkel Leonhard, mit den Häuptern der anderenLinien des Hauses den Vertrag eingeht^).
Die Geburt Leonhards I. wird in das Jahr 1482 ge-setzt. Die erste Nachricht von ihm ist diejenige aus dem Jahre1513 in Betreff des Hausverkaufes an die niederösterreichischenLandstände, die bereits erwähnt worden. Ebenso ist schon derTheilung mit seinem Bruder Wolfgang im Jahre 1514 gedacht.Im nächsten Jahre wohnte Leonhard den großen Vermählungs-feierlichkeiten zu Wien bei und nahm als einer der Kämpfer andem großen Turniere theil, das am 25. Juli auf dem Hofe zu
-) I.. 24.
2) Ein Wolfgang von Liechtenstein, welcher 1525 in den SalzburgerHändeln jener Zeit (bei Buchholz, Ferdinand I. 8. Bd. 112. 339; 9. Bd.630) als Abgesandter König Ferdinands erscheint, gehört dem Tiroler HauseLiechtenstein-Castelcorn an.
») Ii,. 25.ch L. 7.