Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
482
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Stahrcmbcrg und Veit von Eberstorf ^). Die Stadt versprachfreie und willige Aufnahme und wirklich fand der Landtag unge-achtet der Warnungen und Verbote des Kaisers statt. Es folgteder Umsturz des dem Kaiser ergebenen Regiments, der Sieg derGegenpartei, welche dem Erzherzog anhing, unter Hölzer, dieBelagerung des Kaisers in der Burg, erst durch die Bürger,dann durch den Erzherzog Albrccht, der herbeigeeilt war, bisendlich der König von Böhmen zur Hilfe des Kaisers oder viel-mehr zur Vermittlung heranrückte und ein Abkommen am 2. De-cembcr zu Stande brachte. Dieses fiel sehr zum Nachtheil desbedrängten Kaisers ans, denn er mußte der Regierung vonOesterreich ans acht Jahre ganz entsagen und sich noch anderenBedingungen fügen. Wie immer, so stand auch hier Heinrichvon Liechtenstein auf Seiten des Erzherzogs. Am 15. Novemberschickte er, wie viele andere Edle des Landes, Rcinprecht vonWallsee, Pankraz von Auersperg, Georg von Pottendorf u. s. w.,seine Absage an den Kaiser als Diener des Erzherzogs Albrccht,als welcher er auch an dem früheren Kriege theilgcnommcn habeund mit in den Frieden eingeschlossen worden sep). Sein Bru-der Johann dagegen befand sich in dem Heere, welches GeorgPodiebrad gegen Wien zur Unterstützung des Kaisers herbei-führte 2). Da die Unterstützung überhaupt nur als Vermittlunggemeint war, so war keine Gefahr vorhanden, daß die beidenBrüder mit einander in Kampf kommen konnten. Ihre Stellungaber des einen bei dein böhmischen Könige, des andern bei demErzherzoge wird daraus erklärlich, daß nach dem Tode WilhelmsJohann als der älteste seinen Sitz in Nikolsburg genommenhatte, Heinrich aber in Steiereck, ohne daß eine eigentliche Thci-lnng stattfand. Uebrigens war das kein Hindernis;, daß Heinrichauch um die Angelegenheiten des Hauses an der mährischenGränze sich kümmerte, denn im Jahre 1463 rückte er mit be-

2) lautes, a. a. O. 342 ff.

2) Chmel, Negg. K. Friedr. IV. 2. Bd. 396.

2) Pilarz, dlorsvias INst. II. 63.