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1 (1868)
Entstehung
Seite
455
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sich selber zu beseitigen. Auffallend ist, daß der polnische Haupt-mann, der damals selber ein Gegner der Königin Elisabeth war,Christoph von Liechtenstein, mit dein er in Fehde stand, ihrenund des jungen Königs Ladislaus Feind nennt. Diese Zeitenaber, in denen nicht blos die österreichischen Lande voll poli-tischer und privater Fehden und Unruhen waren, sondern auchder Thron Ungarns und Böhmens bestritten war und Oester-reich in Mitleidenschaft zog, beginnen so verwirrt zu werden,daß, zumal bei dem Mangel hinlänglicher Hülfsmittel, dieStellung eines einzelnen Landherren, selbst wenn sie so be-deutend wie die Christophs war, schwer zu erkennen und zu bc-urth eilen ist.

Christoph scheint ununterbrochen zum Kaiser gehalten zuhaben. Als dieser sich im Anfang des Jahres 1442 zur Krö-nungsreisc in das Reich begab und am 9. Mai von Nürnbergaus eine Landesverwesung für Oesterreich von vierundzwanzigPersonen ernannte, war auch Christoph unter ihnen'). Die Auf-gabe derselben war nicht leicht, da in Friedrichs Abwesenheitsein Bruder Erzherzog Albrecht mit erneuerten Ansprüchen auf-trat und in Steiermark Kriegsunruhen erregte. Wir finden Chri-stoph mit ihm nur in einer Privatangelegenheit genannt. Esbestanden damals 1442 Streitigkeiten zwischen Christoph vonLiechtenstein und Rüdiger von Stahremberg einerseits und demGrafen Georg vvn Pösing andrerseits, welche der Erzherzogvermittelte 2).

Von den folgenden Jahren finden sich noch ein paar Pri-vatnachrichten. Im Jahre 1443 schenkte Christoph der Kirche zuNeusiedl am See ein rothsammtnes, reich mit Gold gesticktesMeßgewand, wofür der Richter dieses Ortes einen Revers aus-stellte, daß es nicht ohne Noth verwendet noch verkauft werdensolle 3). Im Jahre 1444 wurde eine Messe, welche die beiden

>) Lichnowsky, VI. 32.

2) Wurmbrand 2S.

2) Liecht. Archiv. Bb. 14.