Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
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Zur Anerkennung der geleisteten Dicuste erhielt die liech-tensteinische Familie schon 1421 eine außerordentliche Vergünstigung.Nm der bcmcrkcnswcrthen Dienste und der Treue willen, heißtes in der betreffenden Urkunde Konig Sigmunds, die ihm Hart-neid von Liechtenstein oft nützlich und willig erzeigt und gcthanhabe und noch täglich thue und künftig thnn solle, habe er ihm,seinen Vettern und Erben die Vergünstigung und Erlaubnis ge-geben, daß sie auf ihren Gütern in Mähren, wo es ihnen nütz-lich und füglich sei, Gold, Silber, Kupfer und Blei und andereErze suchen dürften, ohne von ihm und seinen Nachkommen, denKönigen von Böhmen und Markgrafen von Mähren, oder sonstjemanden daran gehindert zu werden, und mit solchen Freiheiten,als die eigenen markgräflichen Bergwerke in Mähren Rechte undGewohnheiten haben; ans besonderen Gnaden befreie er noch dieseihre Bergwerke von allen königlichen Auflagen '). In demselbenJahre ertheilte Sigmund auch an Hartneid die Belehmmg mitden Festen Magdeburg, NenhanS, T sürnboU u nd Lnndcnbnrg ^),sowie er ihm und seinen Vettern "alle die Freiheiten und Rechtebestätigte, die ihre Vorfahren von seinen Vorgängern erhaltenhatten. Der Schaden aber, den die Liechtensteiner von diesemVerhältniß erlitten, muß sehr groß gewesen sein, denn zu wie-derholten Malen rückten die Hussiten an die mährische Grenzeund über dieselbe plündernd und verheerend, und eS warendie liechtensteinischen Besitzungen, welche zumeist davon betrof-fen wurden. Im Herbst 1424 nahmen die Hussiten Lunden-burg ein und behaupteten es; vergebens wurde es im Sommer1426 von Herzog Albrecht mit großem Heere belagert; alser ohne Erfolg das Feld geräumt hatte, erschienen im Herbstaufs Neue die Hussiten, nahmen das Städtchen Koste! ein undtödteten viele Menschen darin; dann wandten sie sich gegendie liechtensteinische Residenz Nikolsbnrg und gegen Feldsberg,

>) Wurmbrand, 202.2) Siecht. Archiv B. 38.