Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
443
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König Wenzel war gestorben (1419), nnd Sigmund, seinNachfolger, noch in Ungarn beschäftigt, bedurfte der thätigen Bci-hülfe gegen die Hussiten und die böhmischen Anführer, um nurin den Besitz seines Erbes zu gelangen. In diesem andauerndenKriege hatte Hartncid verschiedentlich Gelegenheit für Sigmundund seinen verbündeten Schwiegersohn Herzog Albrecht Dienstezu leisten, es hatten aber auch seine eigenen Besitzungen in Mäh-ren und Oesterreich viel Schaden davon zu leiden. Im Jahre1420 machte Hartncid wahrscheinlich den Krönungszng nach Pragmit; sicherlich stand er zu jener Zeit für König Sigmund mitKricgsleutcn im Felde, denn dieser verspricht damals ihm undJohann von Neuhaus dafür, daß sie ihm auf sein BegehrenKriegsleute zugeführt haben, sie für alle Schäden, die sie vonden Feinden nehmen sollten, zu bezahlen >). Hartneid übernahmdann die Bewachung und Verthcidigung des Brttnner SchlossesSpielberg und behauptete dasselbe rühmlichst, bis er den Befehl1423 an Watzlaw von Düben und Andreas von Lessan abtretenkonnte 2). Mit dieser Befehlshaberschaft Hartneids auf dem Spiel-berg scheint ein Schuldbrief vom Jahre 1421 in Verbindung^)zu stehen, darin sich Bürgermeister und Rath der Stadt Brünnauf Befehl Kaiser Sigmunds verschreiben, daß sie an Hartneidvon Liechtenstein des Kaisers Rath jährlich eine bestimmteSumme von dem Einkommen, so sie jährlich an Kaiser Sigmundzu reichen schuldig sind, bezahlen wollen, die Hälfte zu Michaelis,die andere Hälfte zu Georgi. Vermuthlich war dies seine Be-soldung als Befehlshaber der Feste. Der Mitschntz des Spiel-berg wurde bald daraus (1424) durch Herzog Albrecht alsSigmunds Statthalter in Mähren den Bürgern von Brünnselbst übertragen.

') Liecht. Archiv T. 13.

2) A. 3. Hartneid war damals, wie aus der Urkunde hervorgeht,krank und konnte nicht zum Kaiser kommen, der sich in Preßburg aufhieltnnd ihm von hier ans den Befehl zur Uebergabe des Commandos zuschickte.») N. 10.